Kanton Zug

Nach Causa Cap: Kanton Zug passt seine Heilmittelkontrolle an

Der Kanton Zug schafft neu die Stelle der Kantonsapothekerin. Am 1. Januar 2021 übernimmt Simone Schwerzmann den Posten - die ehemalige Stellvertreterin des in Ungnade gefallenen Ludek Cap.

Kilian Küttel
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Gut versteckt – nach Meldungen, die inländische Zuckerproduktion zu unterstützen oder die kantonale Covid-Verordnung nicht zu verlängern – schreibt die Zuger Staatskanzlei in einer Sammelmitteilung: «Simone Schwerzmann wird neue Kantonsapothekerin».

Weiter heisst es im acht Zeilen langen Text, die 46-jährige Zugerin konzentriere sich «in dieser Tätigkeit auf den Detailhandel mit Heilmitteln und nimmt die Aufsicht über die pharmazeutischen Berufe wahr.»

Öffentlichkeit beobachtet Gesundheitsdepartement

Die kantonalen Behörden schaffen eine neue Stelle und besetzen sie mit einer Person, die bereits seit mehreren Jahren beim Gesundheitsamt angestellt ist. An sich kaum der Rede Wert. Doch bekanntermassen steht die Heilmittelkontrolle des Kantons Zug, und damit das Gesundheitsdepartement von Regierungsrat Martin Pfister, unter Beobachtung.

Zur Erinnerung: Der damalige Heilmittelinspektor Ludek Cap wurde diesen Sommer freigestellt und anschliessend fristlos entlassen, nachdem er eine Arztpraxis inspiziert hatte. Das aber hatten ihm seine Vorgesetzten untersagen wollen. Als Reaktion auf Freistellung und Entlassung liess Cap eine Anzeigenflut über die Regierung und Justiz ergehen.

Die Heilmittelkontrolle ist aktuell sensibles Gebiet. Wieso passt der Kanton die Abteilung genau jetzt an? Gemäss Sprecher Aurel Köpfli ist die neue Stelle die Folge einer simplen Neuorganisation. Man wolle die «Bedeutung der kantonalen Regulierung im Heilmittelbereich» hervorheben. Die Kontrolle des Detailhandels – also Drogerien, Praxis- oder Betriebsapotheken – sei nach kantonalem Recht geregelt. Jene des Grosshandels und der Hersteller, wie sie Sache des Heilmittelinspektors sind, durch Bundesrecht. «Diese zwei Bereich werden mit der Schaffung von zwei Stellen entflechtet», so Köpfli.

Schwerzmann hatte Detailhandel bereits unter sich

Für Simone Schwerzmann dürfte sich wenig ändern, wenn sie den Posten am 1. Januar antritt. Bereits in ihrer vormaligen Position als Caps Stellvertreterin übernahm sie die Kontrollen im Detailhandel.

Köfpli zufolge hat die Regierung Schwerzmann nicht wegen ihrer einschlägigen Erfahrung innerhalb der Heilmittelkontrolle zur neuen Kantonsapothekerin ernannt. Sie sei «aufgrund ihrer Ausbildung (...) und ihrer Persönlichkeit hervorragend für die Stelle geeignet.» Die Stelle der stellvertretenden Heilmittelinspektorin schafft der Kanton Zug dafür ab.

Kanton will Caps Nachfolger bis April präsentieren

Unklar bleibt, ob die Reorganisation etwas mit der Causa Cap zu tun hat. Auf diese konkrete Nachfrage erhält unsere Zeitung vom Gesundheitsdepartement keine Antwort. Fest steht nur so viel: Nach wie vor hat der Kanton Zug keinen Ersatz für Ludek Cap gefunden. Ausgeschrieben wurde die Stelle im Amtsblatt vom 2. Oktober, die Bewerbungsfrist ist am 25. Oktober abgelaufen. Der Kanton rechnet damit, in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres einen Nachfolger präsentieren zu können.

Ebenfalls offen bleibt, wie es um die Verfahren steht, die Cap angestrengt hat. Beim Obergericht hat er Beschwerden eingereicht, weil die Staatsanwaltschaft Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs gegen Kantonsarzt Rudolf Hauri, Gesundheitsdirektor Martin Pfister und die Direktion des Innern gar nicht erst untersucht hatte. Zudem zeigte Cap die Gesamtregierung an, auch dieses Verfahren wurde nicht anhand genommen, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage erklärt. Das Obergericht gibt wegen des laufenden Verfahrens