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Eine Premiere für Velofahrer im Kanton Zug

Ab sofort können Velofahrer auf direktem Weg von Menzingen nach Unterägeri fahren.
Vanessa Varisco
Dieser Teilabschnitt wurde extra gebaut. (Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 4. November 2019)

Dieser Teilabschnitt wurde extra gebaut. (Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 4. November 2019)

Es war kein alltägliches Bild: Am Montagnachmittag stiegen Gemeinderäte aus Unterägeri und Menzingen sowie Baudirektor Florian Weber aufs Velo und fuhren rund 300 Meter eine geteerte Strecke hinab – vom Hof Brämen bis zum Hof Gründlen in Menzingen. Anlass dafür war die langersehnte Eröffnung dieser Radstrecke von Unterägeri nach Menzingen. Die neue Verbindung ist Teil des kantonalen Radstreckennetzes und seit 2004 im kantonalen Richtplan eingetragen. «Was lange währt, wird endlich gut», sagte Baudirektor Florian Weber in seiner Begrüssung. Zurecht; immerhin mussten die Unterägerer und Menzinger mehr als 15 Jahre auf diesen Veloweg warten.

Umso mehr freuten sich also Nachbaren, Gemeinderäte und Unternehmer, die zusammengekommen waren, um in einem symbolischen Akt die Radwegtafel zu enthüllen. Die Verbindung führt von der Bachmüli in Menzingen, über die Schurtannen, zum Hof Brämen und über den Hof Gründlen auf die Alte Landstrasse in Unterägeri. Der Abschnitt zwischen dem Hof Brämen und Gründlen wurde im Sommer in Angriff genommen, wie Florian Weber Auskunft gibt. Die Strasse war vor Baubeginn kiesig und vergleichsweise schmal. Heute ist sie geteert. Das freut auch den Menzinger Gemeindepräsidenten Andreas Etter, denn: «Jetzt können Rennvelofahrer wie ich, diese Strecke ebenfalls nutzten.» Neben der geteerten Strasse wurde ausserdem ein etwas schmalerer Streifen mit Kies eingerichtet. Florian Weber erklärt weshalb: «So können sich Fussgänger, Wanderer und Velofahrer problemlos kreuzen.» Denn bis anhin war die Strecke nicht genug übersichtlich und es herrschte Fahrverbot.

Langer Verhandlungsprozess

Dass es 15 Jahre gedauert hat bis zur Eröffnung, liegt nicht daran, dass die Erstellung dieses Velowegs baulich besonders herausfordernd gewesen wäre. «Vieles war Verhandlungssache», erklärt der Baudirektor. So hätten etwa Fragen zur Wegführung geklärt werden müssen, vereinzelt sei deshalb die Linienführung angepasst worden. Gemeinderat Josef Ribary ergänzt: «Lange Zeit fühlte sich niemand verantwortlich für die Erstellung. Erst als der Kanton die Federführung übernommen hat, schritt das Projekt richtig voran.»

Die Idee bestand schon lange

Besonders die Menzinger Gemeinderäte zeigten sich euphorisch. «Das Bedürfnis nach einer Verbindung ins Ägerital ist riesig. Und die Bevölkerung freut sich ausserordentlich, dass diese Strecke nun geöffnet ist», führt Gemeinderätin Barbara Beck-Iselin aus. Die Berggemeinden Unterägeri und Menzingen zählen zu den Naherholungsgebieten. Deshalb sei es wichtig, jene als solche zu fördern. «Auch viele Zuger zieht es nach oben und ich bin überzeugt, sie werden diesen Veloweg nutzen», ergänzt Barbara Beck-Iselin. Mindestens so begeistert zeigt sich Josef Ribary: «Die Idee für diese Verbindung bestand sicher schon 20, wenn nicht 30 Jahre. Schön, dass sie nun so gelungen umgesetzt ist.»

Vor allem sicherer ist die Strecke von Menzingen nach Unterägeri oder umgekehrt für alle jene, die die Strecke mit dem Drahtesel überwinden wollen. «Natürlich könnte man auch den Weg an der Lenkwaffenstellung vorbei nehmen. Auch dort ist die Strasse nur wenig befahren. Allerdings wäre der Umweg gross», überlegt Barbara Beck. Was den Veloweg ausmacht, verrät Weber: «Er erschliesst ein Gebiet völlig neu.» Das ist nicht üblich. Normalerweise werden die Radstrecken bei Strassensanierungen erstellt beziehungsweise saniert. So wie beispielsweise dieses Jahr der Veloweg von Margel nach Talacher in der Gemeinde Baar und zuvor die Radstrecke von Sihlbrugg Neuheim bis zur Sand AG. «Das extra erstellte Teilstück ist also eine Besonderheit und gewissermassen eine kantonale Premiere», resümiert er.

Weitere Projekte sind in Bearbeitung

Wie sich zeigt, ist der Kanton Zug gut aufgestellt, was die Radstrecken betrifft. Künftig soll sich auch noch einiges tun. «Jährlich werden Projekte für Radfahrer an die Hand genommen», weiss Florian Weber. Zu erwähnen ist hier die Velobrücke beim Alpenblick in Cham, die primär zu Gunsten der Sicherheit erstellt worden sei. Doch gibt es auch noch Lücken im Radwegnetz. Geschlossen werden soll etwa die Lücke Schochenmühlestrasse zwischen Zug und Baar und aktuell aufgelegt ist das Projekt von der Sand AG nach Blatt in Neuheim. Ausserdem stehen Sanierungen bevor: Das Strassenstück zwischen Oberägeri und Morgarten soll ebenfalls in Zukunft in Stand gestellt werden.

In Betrieb ist heute schon die Fussgänger und Velobrücke über die Tangente in Inwil. Und bei der Bachtalen in Blickensdorf sei ein Radstreifen markiert worden. Zurzeit werde evaluiert, wie diese Strecke weiter ausgebaut werden soll. Mit der Sanierung und dem Ausbau des Abschnitts Nidfuren nach Schmittli (Menzingen nach Neuägeri) wird zukünftig eine weitere Radstreckenlücke geschlossen.

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