KANTON ZUG: Schulsport ist neu trotz Dispens möglich

Neu sollen auch Kinder und Jugendliche am Schulsport teilnehmen können, wenn sie aufgrund einer Verletzung und Krankheit teildispensiert sind. Dafür hat der Kanton Zug das Projekt «Aktivdispens» ins Leben gerufen.

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Künftig sollen auch teildispensierte Kinder und Jugendliche aktiv am Schulsport teilnehmen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ (Archiv))

Künftig sollen auch teildispensierte Kinder und Jugendliche aktiv am Schulsport teilnehmen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ (Archiv))

Manche Kinder können aufgrund von (kleineren) Verletzungen oder vorübergehendes Unwohlsein und können darum nicht am regulären Schulsport teilnehmen – oder nutzen diese gar als Ausrede oder Vorwand, um sich vom Schulsport dispensieren zu lassen. «Vor allem während der Adoleszenz lassen sich manche Schüler nur schwer für den Sportunterricht in der Schule motivieren, finden es uncool, sich körperlich zu verausgaben oder zu schwitzen», heisst es in einer Mitteilung von Kanton Zug.

Aktivität unterstützt die Heilung

Das Amt für Sport reagiert nun, indem es mit Unterstützung der Zuger Ärzteschaft das Projekt «Aktivdispens – Bewegung trotz Sportdispens» im Kanton Zug umsetzt. Primär gehe es dabei darum, dass Ärzte- und Lehrer enger zusammenarbeiten und mit Hilfe eines Übungs- und Trainingskatalogs aufzeigen, wie betroffene Schüler sich in angemessenem Rahmen und gefahrenlos aktiv am Sportunterricht beteiligen.

Denn ein bisschen Kopfweh, eine leichte Verstauchung, unspezifische Rückenschmerzen, eine harmlose Erkältung, eine Allergie oder leichte Menstruationsbeschwerden seien noch lange kein Grund, dem Schulsport gänzlich fernzubleiben. Im Gegenteil, so der Schweizerische Verband für Sport in der Schule (SVSS), der das Projekt mitlanciert hat: «Gerade in Krankheits- oder Verletzungsphasen kann Aktivität förderlich sein, da durch die Bewegung die Regeneration und Heilung positiv unterstützt werden.» Im Trainingskatalog von Aktivdispens finden sich Übungen aus den Sparten Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Entspannung.

Entscheidende Entwicklungsphase

Felix Jaray, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Amt für Sport, ist überzeugt, dass mit dem neuen Projekt der «Bewegungsunlust» bei Jugendlichen ein Stück weit entgegengewirkt werden kann. Vor allem für Schüler, die ausserhalb der Schule keiner sportlichen Aktivität nachgingen, sei eine regelmässige Teilnahme am Schulsport umso wichtiger. Viele Jugendliche würden durch die Fülle an multimedialen Angeboten zu eigentlichen Stubenhockern; und dies in einem Alter, im dem entscheidende wachstums- und reifungsbedingte Veränderungen des Muskel-, Skelett-, und Nervensystems ihre Entwicklung prägen.

Für die Ärzteschaft im Kanton Zug, die das Projekt unterstützt, bedeutet die Teilnahme insofern einen Mehraufwand, als sie aufgefordert ist, die Arztzeugnisse entsprechend auszustellen. Auch der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri unterstützt das Engagement.

pd/nop