KANTON ZUG: Schwingen soll in den Schulsport

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das 2019 in Zug ausgetragen wird, macht sich an vielen Orten schon heute bemerkbar. Doch der Schwingsport profitiert noch nicht davon. Das soll sich jetzt ändern.

Samantha Taylor
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Jungschwinger trainieren. (Bild: Florian Arnold/UZ)

Jungschwinger trainieren. (Bild: Florian Arnold/UZ)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Die Hauptsponsoren sind gesetzt, die Baupläne für die Arena in Arbeit, zahlreiche Hotels im Kanton Zug sind bereits ausgebucht: Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (Esaf) von 2019 wirft in einigen Bereichen schon jetzt seine Schatten voraus. Doch nicht überall.

So spürt der kantonale Schwingsport noch nicht allzu viel von der Euphorie. Zumindest nicht beim Nachwuchs. «Die Klubs im Kanton müssen nach wie vor um den Nachwuchs kämpfen. Den grossen Boom gibt es bisher noch nicht», sagt Armin Bucher. Er ist Vizepräsident des Zuger Kantonalen Schwingerverbands und Verantwortlicher für die Jungschwinger. Die Schwingvereine sehen sich heute – wie viele andere Vereine auch – mit grosser Konkurrenz an Freizeitangeboten konfrontiert.

Ein Schnuppertag und Kurse für Lehrer

Die Zahlen der Jungschwinger sind in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Der Schwingklub Zug-Umgebung verfügt gemäss Bucher aktuell über 20, Oberwil-Zug über 13, Cham-Ennetsee über 32 und der Schwingklub Ägerital über 25 Jungschwinger. «In den ländlicheren Gegenden ist es einfacher, Nachwuchs zu finden», so Bucher.

Dass die Zahlen im Kanton Zug in den vergangenen Jahren stabil geblieben sind, ist laut dem Vizepräsidenten zwar erfreulich. «Vergleicht man Zug aber beispielsweise mit Gegenden wie dem Entlebuch oder dem Emmental, dann ist das Ergebnis eher ernüchternd.» Die dortigen Vereine hätten bei den Jungschwingern zulegen können.

Um Kinder und Jugendliche ins Sägemehl zu bringen, hat dieses Wochenende ein vom Schwingklub Oberwil-Zug durchgeführter Schwinger-Schnuppertag in der Schützenmatt in Zug stattgefunden. Der Anlass war für alle offen, auch für Mädchen. Der Schnuppertag war nicht die einzige Charmeoffensive. Auf kantonaler Ebene tut sich einiges. So hat das Amt für Sport im Zuge des Esaf 2019 ein Konzept erarbeitet, um den Schwingsport in die Schulen zu bringen. Dies soll laut Andreas Koltszynski, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Amts für Sport, über zwei Wege erfolgen. Einerseits über die Lehrerweiterbildung. «Wir führen an zwei Abenden eine Weiterbildung durch, an der sich interessierte Lehrpersonen über den Schwingsport informieren können», so Koltszynski.

Auf der anderen Seite soll Schwingen ein Teil des Unterrichts in der Primar- und der Oberstufe werden. Lehrpersonen wird die Möglichkeit geboten, mit ihren Schülern im Sportunterricht den Schwingsport kennen zu lernen. Schwingleiter der Zuger Vereine geben dazu eine Einführung. «Angedacht ist unter anderem auch, dass eine kantonale Schülermeisterschaft durchgeführt wird», sagt Koltszynski. Die Meisterschaft soll vor dem Baarer Buebeschwinget stattfinden, sodass auch dessen Infrastruktur genutzt werden kann.

Daneben soll das Schwingen im freiwilligen Schulsport, der vor allem in Zug und Baar über ein breites Angebot verfügt, durchgeführt werden. Das Konzept wurde in diesen Tagen an der Rektorenkonferenz vorgestellt. Ziel sei, dass der Schwingsport auf das Esaf 2019 hin, also schon im laufenden und dann auch im nächsten Schuljahr in den Schulen Einzug hält. «Wir wollen den Schwung des Esaf 2019 nutzen», sagt Koltszynski.

Nur selten «Quereinsteiger»

Unter den Schwingklubs im Kanton kommen diese Bestrebungen gut an. «Dass das Schwingen nun auch in der Schule gefördert wird, ist für uns Nachwuchsverantwortliche ideal, um mehr Kinder und Jugendliche begeistern zu können», sagt Urs Ming, Jungschwingerbetreuer beim Schwingklub Cham-Ennetsee.

Auch Christian Rogenmoser, verantwortlich für die Jungschwinger beim Klub Zug und Umgebung, sieht’s positiv. «Das Einbinden der Schulen ist der einfachste Weg.» Er zweifelt allerdings an der langfristigen Wirkung. «In unserem Einzugsgebiet Baar, Steinhausen, Zug und Allenwinden kommen nur ganz selten Quereinsteiger zum Schwingsport.» Praktisch alle Jungschwinger hätten bereits einen Bezug über Familie oder Schulfreunde und würden auf diesem Weg in den Club kommen.