Statt Masken setzt die Zuger Bildungsdirektion auf Hygiene und Abstand

Im Moment will die Bildungsdirektion keine Maskenpflicht an Schulen einführen.

Andrea Muff
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An Gymnasien und Berufsschulen in den Kantonen Luzern und Jura sollen Schüler und Lehrpersonen nach den Sommerferien eine Schutzmaske tragen. Das zeigten am Montag Recherchen von SRF. Laut diesem Bericht ziehen weitere Kantone die Einführung eines Maskenobligatoriums in Erwägung, nämlich Zürich, St.Gallen, Thurgau, Schaffhausen, Baselland, Obwalden, Freiburg, Neuenburg und Wallis. Der Kanton Zug fehlte auf der Liste.

Bildungsdirektor und Zuger Landammann Stephan Schleiss erklärt: «Wir setzen im Moment auf Hygiene und Abstand. Mit einem Abstand von eineinhalb Meter ist Unterricht ohne Maske möglich.» Er räumt ein, dass sich die Regierung auch mit der Maskenfrage befassen würde. So seien Ausdrücke wie «im Moment» und «zurzeit» charakteristisch für eine Krise.

Definitive Schutzkonzepte: Anfang letzter Ferienwoche

Grundsätzlich setzt der Bildungsdirektor in erster Linie auf Abstand und Hygiene. «Ein Maskensetting kann zur gefährlichen Annahme verleiten, dass Abstand und Hygiene nicht mehr nötig sind.» Stephan Schleiss fügt hinzu: «In der Schule geht es daher um Hygiene und darum, die Momente mit zu viel Nähe zeitlich zu minimieren. Unterricht ohne Masken ist natürlich persönlicher. Für eine grundsätzliche Maskenpflicht spricht vor diesem Hintergrund im Moment zu wenig.»

Der Präsenzunterricht in der Ganzklasse ist laut Schleiss das Ziel aller Zuger Schulen. Viele hätten über die Pläne bereits informiert. «Die Lage ist indes veränderlich. Die definitiven Schutzkonzepte sind spätestens anfangs letzter Ferienwoche parat», weiss Stephan Schleiss. Er fasst zusammen: «Die Bildungsdirektion macht bevorzugt das, was pädagogisch und epidemiologisch sinnvoll ist. Zurzeit ist das, Schule ohne Masken. Abstand und Hygiene bleiben auch in der Schule das A und O.»

Uni Freiburg beginnt Semester mit Masken

Der Kanton Luzern schliesst indes die Tür zum Fernunterricht nicht ganz. Dieser soll als Option weiter bestehen. So sagte die Leiterin Kommunikation des Luzerner Bildungsdepartements gegenüber unserer Zeitung, dass die Fallzahlen weiterhin beobachtet werden und man in engem Kontakt mit dem Kantonsarzt stehen würde. Die Maskenpflicht gilt zudem auf dem ganzen Schulareal und nicht nur während des Unterrichts. Für die Kosten müssen Schüler und Eltern selber aufkommen, den Lehrpersonen werden Masken zur Verfügung gestellt.

Wie gestern bekannt wurde, will die Uni Freiburg als erste Universität das Herbstsemester mit einem neuen Schutzkonzept beginnen: Laut den «Freiburger Nachrichten» sind Gesichtsmasken in vielen Fällen Pflicht. Denn das Ziel sei, so viel Präsenzunterricht anzubieten wie möglich.

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