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KANTON ZUG: Sie liegen wieder auf der Lauer

Wenn die Tage wieder wärmer werden und es die Leute wieder ins Freie zieht, werden auch Zeckenstiche wieder häufiger. Gemäss Experte ist hierbei das Verhalten des Menschen aber ausschlaggebender als die Population der kleinen Krabbler.
In der Schweiz sind seit Anfang 2017 so viele Menschen nach Zeckenbissen erkrankt, wie seit zehn Jahren nicht mehr. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/EPA DPA/IMMUNO)

In der Schweiz sind seit Anfang 2017 so viele Menschen nach Zeckenbissen erkrankt, wie seit zehn Jahren nicht mehr. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/EPA DPA/IMMUNO)

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Mit dem Frühling ist auch die Zeckensaison wieder gestartet. Dies hat aber weniger mit dem Verhalten der Tiere zu tun, sondern vielmehr mit jenem der Menschen, wie Werner Tischhauser sagt. Er ist Zeckenforscher an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). «Mit Temperaturen ab sieben Grad werden die Zecken aktiv. Richtig bemerkt werden sie aber erst, wenn das Wetter auch die Leute nach draussen lockt.» So sei die Zahl der Meldungen zu Stichen und Sichtungen speziell am vergangenen, frühlingshaften Wochenende merklich angestiegen.

Hingegen wenig Einfluss auf die Zeckenpopulation hätten die Temperaturen des Winters. «Ein Zeckenzyklus – also die Zeit vom Ei zur ausgewachsenen Zecke – dauert drei bis fünf Jahre. Um Auswirkungen vom Wetter auf die Population zu sehen, müsste man weiter zurückschauen als auf den vergangenen Winter.» Erst Temperaturen von Minus 14 Grad und kälter während mehrerer Tage wären für die Zecken ein Problem. Liegt aber eine Schneeschicht darüber, reicht auch dies nicht. Viel eher gefährlich werden können den kleinen Tierchen Kälteeinbrüche im Frühling. «Wenn jetzt nochmals ein knackiger Frost käme, würden die Larven Schaden nehmen.» Dazu müsste es aber richtig kalt werden.

Auch in der Höhe ist es nicht «Zeckensicher»

Ein Trugschluss sei hingegen die weitverbreitete Annahme, dass Zecken ab rund 1500 Metern über Meer nicht mehr vorkämen. «Wir haben mit unserer Präventions-App ‹Zecke› schon glaubhafte Zeckenstichmeldungen auf 1900 Metern erhalten.» Je nach Bedingungen der Umwelt ist die Baumgrenze also auch die Grenze für die kleinen Spinnentiere. Die Hauptsaison der Zecken geht bis anfangs Sommer. «Wenn es heiss und trocken wird, verziehen sich die Tierchen wieder ins Unterholz und treten erst im Herbst wieder in Erscheinung.»

Dass man von einer Zecke gebissen werde, sei eigentlich eher ein blöder Zufall, so Tischhauser. «Nur gerade während eines Prozents ihrer Lebenszeit sind Zecken auf der Lauer, um sich von einem potenziellen Wirt abstreifen zu lassen.» Die restliche Zeit verbringen sie mit Energiesparen. «Nach dem sie Blut gesogen haben, können sie mehr als ein Jahr ohne Nahrung verbringen.»

Von allen Zecken würden rund 25-30 Prozent den Borreliose-Erreger in sich tragen – ein Bakterium, das Haut, Gelenke, Muskeln, Bänder, Nervensystem und Herz befällt, aber mit Antibiotika behandelt werden kann. Seltener kommen Zecken mit dem FMSE-Erreger vor – ein Virus, das zu einer Hirnhautentzündung führen kann. Gegen das Virus gibt es eine Impfung.

Im vergangenen Jahr wurde ein Rekord an FSME-Fällen registriert. Und im Vorjahr gab es so viele Borreliose-Fälle wie noch nie. Daraus könne aber keine Zunahme der Zeckenpopulation abgeleitet werden, erklärt Tischhauser. «Es hat mehr mit dem Verhalten der Menschen zu tun.» Aktuell populäre Freizeitaktivitäten wie Wandern und Golfspielen, und ob das Wochenendwetter dazu einlädt, geben hier viel mehr den Ausschlag.

In Zug ein durchschnittliches Jahr

Im Kanton Zug liegen derzeit die Meldungen von FSME- und Borreliose-Fällen im üblichen Rahmen, wie der stellvertretende Kantonsarzt Hanspeter Kläy sagt. Und mit einem Zeckenstich alleine müsse man noch nicht zum Arzt gehen. «Wenn es aber bei der Bissstelle innert ein bis drei Wochen einen rundlichen Hautausschlag gibt, der aussen rötlich und innen abgeblasst ist, muss dies dringend dem Arzt gezeigt werden.» Auch bei Fieber und Grippesymptomen nach einem Zeckenbiss sei ein Arzt aufzusuchen.

Hinweis

Das App «Zecke» gibt es für Android- und IOS-Geräte.

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