Kanton Zug soll weniger stark wachsen

Der Kanton Zug soll weniger stark wachsen als in den letzten Jahren. Der Regierungsrat reduziert im kantonalen Richtplan den «Bevölkerungs-Zielwert» für das Jahr 2020 von 127'000 auf 124'000 Einwohnerinnen und Einwohner.

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Überblick über die Stadt Zug. (Bild: Stefan Kasier/Neue ZZ)

Überblick über die Stadt Zug. (Bild: Stefan Kasier/Neue ZZ)

Das Ziel des Regierungsrates, dass breiten Bevölkerungskreisen preisgünstiges Wohnen ermöglicht wird, soll mit einem eigenen Kapitel im Richtplan verankert werden. Vorgesehen sind zudem Massnahmen zur Schonung der Landschaften und der natürlichen Ressourcen, wie es bei der Präsentation der Richtplananpassung vom Mittwoch hiess.

Die Bevölkerung kann in den nächsten 60 Tagen den raumplanerischen Bericht einsehen und bei Bedarf schriftliche Eingaben machen. Danach werden die geplanten Richtplanänderungen dem Kantonsrat vorgelegt.

Wachstum mit unerwünschten Nebenwirkungen

«Wachstum mit Grenzen» lautet eines der Strategieziele des Regierungsrates für 2010-2018. Der Richtplan, der nun in Teilbereichen angepasst wird, sei ein wichtiges Instrument der Wachstumssteuerung, hiess es an der Medienkonferenz.

Das überdurchschnittlich starke Wachstum der letzten Jahrzehnte habe dem Kanton neben Fortschritt und Wohlstand auch «unerwünschte Nebenwirkungen» gebracht: Zunehmende Beeinträchtigung der Landschaft, Verlust der Identität und Mangel an Wohnraum zu tragbaren finanziellen Bedingungen.

Verdichtung nach innen

Die Kantonsbevölkerung soll gemäss neuem Richtplan bis 2020 auf 124'000 Personen wachsen, bis 2030 auf 135'000. Die Gemeinden sollen in ihren nächsten Ortsplanrevisionen keine substanziellen Neueinzonungen vornehmen. Falls das Wachstum in einzelnen Gemeinden trotzdem grösser ausfalle, solle dies durch bauliche Verdichtung nach innen aufgefangen werden. Heute leben 115'000 Personen im Kanton Zug, knapp 15'000 mehr als vor zehn Jahren.

In den am besten erschlossenen Gebieten sollen innerhalb bereits bestehender Bauzonen neue Gebiete für Verdichtung ausgeschieden werden. Theoretisch hat es dort Platz für zusätzlich rund 11'000 Personen. Der Prozess der starken Verdichtung werde sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken.

Der Regierungsrat will dafür sorgen, dass eine gut durchmischte Bevölkerungsstruktur erhalten bleibt. In einem neuen Kapitel werden die Grundlagen für die Schaffung von Wohnraum zu tragbaren finanziellen Bedingungen geregelt.

Es werden Massnahmen und Instrumente aufgeführt, welche die Gemeinden bei ihren Ortsplanungsrevisionen prüfen müssen. Die Umsetzung von konkreten Massnahmen erfolgt dann primär über die Nutzungsplanung.

Konflikte in Naherholungsgebiet

Als «grüne Lunge» der Agglomeration Zug gilt die Lorzenebene zwischen Zug, Steinhausen und Baar. Ihre Attraktivität als Naherholungsgebiet bringt auch Konflikte mit sich, sei es mit der Landwirtschaft oder mit den Belangen des Naturschutzes.

Eine Arbeitsgruppe hat ein Leitbild mit konkreten Massnahmen erarbeitet, die dazu beitragen sollen, die Qualität des Gebietes zu erhalten und punktuelle Verbesserungen zu ermöglichen. Der Richtplaneintrag soll den Massnahmen «mehr Gewicht geben».

sda