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Sperrstunde wegen Corona: Bis 4. Januar ist in Zug um 19 Uhr Lichterlöschen

Bedrohliche Lage, hohe Fallzahlen: Die Zuger Behörden fassen eine spätere Sperrstunde um 23 Uhr nicht vor Anfang Januar ins Auge. Die Gastroszene ist schockiert. Doch an anderer Front gibt es Hoffnung.

Kilian Küttel
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Der Bundesrat knipst die Lichter aus, schliesst Restaurants, Läden oder Saunen, noch bevor die «Tagesschau»-Hauptausgabe anfängt. Auch in Zug.

Wie die Gesundheitsdirektion am Freitagabend nach einer Sitzung der Regierung mitteilt, erfüllt der Kanton die Kriterien für eine Sperrstunde bis 23 Uhr nicht: Der Reproduktionswert lag die letzten sieben Tage nicht durchgehend unter eins, ein Corona-Infizierter steckte also mehr als eine Person an. Ebenfalls war die Zahl der Ansteckungen in Zug nicht unter dem Durchschnitt der Schweizer Kantone.

Täglich Tote wegen Covid-19

Die Lage sei weiterhin bedrohlich, schreiben die Behörden. Die Fallzahlen stagnierten seit Wochen «auf hohem Niveau und können nicht signifikant gesenkt werden». Seit vier Wochen sterbe jeden Tag eine Person mit Covid-19. Ausserdem würde man bei der jüngeren Generation schwere Verläufe feststellen.

Daher schliesst die Regierung bis 4. Januar eine Verlängerung der Sperrstunde bis 23 Uhr aus. In der Mitteilung lässt sich Gesundheitsdirektor Martin Pfister mit einem dringlichen Appell zitieren:

«Wollen wir bald wieder zur Normalität zurückkehren, braucht es ein konsequentes Einhalten der Regeln. Das ist eine Frage der Solidarität.»

«Ich habe die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen», sagt Barbara Schneider, Präsidentin von Gastro Zug, am Freitagnachmittag, kurz nachdem der Bundesrat die neuen Massnahmen bekanntgegeben hatte:

«Bis zum Schluss haben wir gehofft, bis 21 Uhr offen haben zu dürfen.»

Viel mehr könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Regierung kündigt 15-Millionen-Paket an

Die Beschränkung gilt von heute bis 22. Januar, trifft damit Wirte und Barinhaber, aber auch Betreiber von Schwimmbädern, Tennishallen oder Bowlingbahnen mitten im traditionell lukrativen Weihnachtsgeschäft.

Doch für die Betroffenen gibt es ein Zeichen der Hoffnung. Bereits am Morgen hatte die Zuger Regierung angekündigt, das Härtefallprogramm aufzustocken. «Um in diesem äusserst anspruchsvollen Umfeld die Zuger Wirtschaft und insbesondere Unternehmen in den Bereichen Gastronomie, Freizeit und Sport finanziell zu unterstützen, beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat auf die zweite Lesung einen zusätzlichen Rahmenkredit von maximal 15 Millionen Franken», heisst es in einer Mitteilung des Finanzdepartements.

Hürden für Härtefallgelder sind tiefer

Am kommenden Donnerstag befindet das Kantonsparlament über den Antrag. Bereits am 26. November hatte der Rat über einen Rahmenkredit von 66,1 Millionen Franken beraten, wobei sechs Millionen Franken à fonds perdu und 60,1 Millionen Franken für Darlehen verwendet werden.

Fundamentalopposition betreibt im Parlament niemand. Jedoch wurde mittlerweile Kritik an den Hürden für die Härtefallgelder laut: 40 Prozent Umsatzeinbusse muss nachweisen können, wer auf Härtefallunterstützung hofft. Das 15-Millionen-Programm setzt weniger voraus. Laut der Regierung ist Bedingung, dass der diesjährige Umsatz unter 80 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der Jahre 2018 und 2019 liegt und dieser Unterschied «im Zusammenhang mit behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie» steht.

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