Kanton Zug stockt Rettungsdienst auf

Das Zuger Gesundheitsnetz soll stark und dennoch für alle wirtschaftlich tragbar sein. Diese Vision verfolgt Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann. Unter anderem wird der Rettungsdienst aufgestockt.

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Der Zuger Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann. (Bild: Stefan Kaiser/neue ZZ)

Der Zuger Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann. (Bild: Stefan Kaiser/neue ZZ)

Der hohe Standard des Zuger Gesundheitswesens soll auch in Zukunft gehalten werden.  Das Gesundheitswesen soll gut, aber auch für alle bezahlbar bleiben, heisst es in einer Medienmitteilung zum Leuchtturm 2020, der mit neun Leitlinien die Leitplanken setzt, an denen sich die Gesundheitsdirektion in Zukunft orientieren will. Gemäss Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann «muss immer wieder die Balance zwischen Eigenverantwortung und gegenseitiger Solidarität gesucht werden. Die Kranken werden von den Gesunden unterstützt. Die Gesunden dürfen aber mit der Finanzierung nicht überfordert werden.» Im Zentrum stehe das Prinzip des regulierten Wettbewerbs.

Ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis ist laut Hürlimann unerlässlich, um auch in Zukunft zu den prämiengünstigen Kantonen zählen zu können. Entsprechend werde die Notfall- und die Grundversorgung im Kanton Zug selber sichergestellt, während für die spezialisierte Versorgung wirtschaftlich und qualitativ optimale Kooperationen im Raum Zentralschweiz, Zürich und Aargau eingegangen werden sollen.

Massnahmen für 2013/2014

Die Zuger Gesundheitsdirektion hat unter anderem folgende Massnahmen erarbeitet, die sie in den kommenden zwei Jahren umsetzen will.

1. Stärkung der Notfall- und Grundversorgung
- Der Rettungsdienst wird personell aufgestockt (siehe Box unten).
- Die Abläufe beim Sanitätsnotruf werden optimiert.
- Modelle zur Förderung von Aus- und Weiterbildung in den Spitälern und Pflegeheimen werden geprüft.
- Die kantonsübergreifende Psychiatrieversorgung wird mit Uri und Schwyz weiterentwickelt.
- Neue Grundversorgungsmodelle werden geprüft.

2. Patientensicherheit im Fokus der Aufsicht
- Die Zahl der geplanten Inspektionen wird erhöht
- Verstösse gegen Berufspflichten werden weiterhin lückenlos abgeklärt und konsequent geahndet.

3. Vernetzung in der Gesundheitsförderung und Prävention
- Die Angebote im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention werden stärker vernetzt.
- Das Augenmerk wird auf die psychische Gesundheit gelegt.

pd/zim

Rettungsdienst wird personell aufgestockt

Nach mehreren Pannen in der Notfallversorgung stockt der Kanton Zug seinen Rettungsdienst auf: Künftig soll der Krankenwagen auch in den Agglomerationsgemeinden innerhalb von 15 Minuten eintreffen. Dies sagte Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann (FDP) am Freitag vor den Medien.

Es habe einige wenige Fälle gegeben, in denen die Notfallversorgung leider nicht einwandfrei geklappt habe, räumte Hürlimann ein. In einem Fall rückte die Ambulanz nicht aus, obwohl der Anrufer über Herzbeschwerden klagte. In einem anderen Fall, der für Schlagzeilen sorgte, war ein 16-jähriges Mädchen mit Diabetes betroffen, das schliesslich von einem Nachbarn ins Spital gefahren werden musste.

Das Problem sei erkannt und werde nun angegangen, sagte Hürlimann. Das Kantonsparlament habe zwei zusätzliche Stellen bereits bewilligt. Neu organisiert werden muss gleichzeitig auch der Sanitätsnotruf. Wer im Kanton Zug die Nummer 144 wählt, wird zuerst nach Luzern verbunden und dann möglicherweise mehrmals weitergeleitet, bis eine Ambulanz aus dem Zuger Spital ausrückt.

«Das Problem muss mehrfach geschildert werden», so Hürlimann. Bei Symptomen wie beispielsweise bei akuten Herzproblemen sei das natürlich nicht optimal. Bis März 2013 wolle die Zuger Gesundheitsdirektion deshalb Verbesserungsvorschläge ausarbeiten.

sda