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KANTON ZUG: Unfall in Unterägeri: Vermutlich war es Unachtsamkeit

Der Unfall vom Donnerstag sorgte für ein grosses Verkehrschaos. Was mit dem denkmalgeschützten Gebäude weiter geschieht, ist unklar. Dem Lastwagenfahrer geht es «den Umständen entsprechend».
Rahel Hug und Christopher Gilb
Hier klafft jetzt ein Loch: Der Bereich bei der alten Spinnerei, wo die Autos ins Dorf fahren. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 22. Dezember 2017))

Hier klafft jetzt ein Loch: Der Bereich bei der alten Spinnerei, wo die Autos ins Dorf fahren. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 22. Dezember 2017))

Rahel Hug und Christopher Gilb

redaktion@zugerzeitung.ch

Wer am Donnerstagabend von Zug herkommend ins Ägerital gelangen wollte, musste sich in Geduld üben und einen grossen Umweg auf sich nehmen oder den richtigen Schleichweg kennen. Nachdem der Durchgang bei der alten Spinnerei durch einen Lastwagenkran stark beschädigt wurde, entschieden Fachleute, die Passerelle abzubrechen. Dies, weil sie stark einsturzgefährdet war. Der Vorfall sorgte für ein Verkehrschaos bis in die späten Abendstunden – die Autos wurden über den Ratenpass umgeleitet (wir berichteten).

Um 23.30 Uhr am Donnerstagabend konnte die Zugerstrasse nach Abschluss der Abbruch-, Bergungs- und Aufräumarbeiten wieder freigegeben werden, wie die Zuger Polizei am Freitag mitteilte. Gemäss den bisherigen Erkenntnissen fuhr der 35-jährige Chauffeur mit einem Lastwagen mit Anhänger von Unterägeri talwärts Richtung Zug. Da der Heckladekran nicht vorschriftsgemäss eingezogen war, prallte dieser heftig in die Überführung. Der Lastwagenchauffeur wurde bei der Kollision leicht verletzt und durch den Rettungsdienst Zug vor Ort betreut.

Bei der alten Spinnerei handelt es sich um ein rund 180-jähriges Gebäude. Es gilt als erste Fabrik im Kanton Zug und steht unter Denkmalschutz. Besitzerin ist die SAE Immobilien AG. Deren technischer Verwalter Walter Hürlimann war am Donnerstagnachmittag selber vor Ort. «Ich wurde von der Firma Camfil, die im Gebäude eingemietet ist, informiert», berichtet Hürlimann. Die Situation nach dem Unfall beschreibt er als «ziemlich chaotisch». «Auch für die Fussgänger gab es aus Sicherheitsgründen kein Durchkommen mehr.» Er habe gesehen, wie Leute versucht hätten, über das Flussbett der Lorze ins Dorf zu gelangen. «Auch die Ambulanz war vor Ort. Offenbar hat sich jemand verletzt.»

«Es gab Streifungen, aber nicht so gravierende»

Einen Vorfall wie diesen habe es in der langen Geschichte der Spinnerei, die mit dem markanten Bau quasi die Eingangspforte zum Ägerital bildet, noch nie gegeben, sagt Hürlimann: «Es gab Streifungen, aber nicht so gravierende.» Der Abstand zwischen der Strasse und dem unteren Verbindungsgang habe zirka 4,8 Meter betragen. Wie geht es nun weiter? Der Sachschaden könne noch nicht beziffert werden, sagt Walter Hürlimann. Am Freitag kümmerten sich Fachleute um die Isolierung und die Sicherung der Mauern bei der Abbruchstelle. «Wie wir danach weiter vorgehen, haben wir noch nicht beraten. Das werden wir wohl im neuen Jahr entscheiden.»

Der Unterägerer Gemeindepräsident Josef Ribary bestätigt, dass der Vorfall an den Stammtischen im Dorf das dominierende Thema ist. «Es ist ärgerlich, dass es ausgerechnet in der Rushhour passiert ist», sagt er. «Doch Unfälle sind bekanntlich nicht vorhersehbar.»

Ribary windet den Einsatzkräften ein Kränzchen: «Polizei und Feuerwehr haben gut gearbeitet. Es war eine wirklich grosse Sache, die viel Zeit in Anspruch genommen hat.» Ein Grossteil der Bevölkerung, die an diesem Abend ins oder aus dem Ägerital gelangen wollte, habe Verständnis für die Verkehrsbehinderungen gezeigt. Als grosse Herausforderung sei hinzugekommen, dass auf den Gemeindestrassen und Nebenstrecken Schnee liege. «Es gäbe nämlich schon einige Wege ins Dorf», sagt der Gemeindepräsident. «Für Busse und den Schwerverkehr jedoch führt nur die Zugerstrasse nach Unterägeri.»

Der verunfallte Lastwagenkran gehört der Habegger Transporte AG in Rothrist. «Dieser hatte in der Region Glas abgeladen und befand sich auf dem Weg zu einem weiteren Kunden», sagt der Disponent des Unternehmens Alfred Ellenberger. Der Fahrer sei unverletzt, es gehe ihm den Umständen entsprechend. «Grund des Vorfalls ist vermutlich Unachtsamkeit», sagt Ellenberger. Ob es interne Konsequenzen gebe, wisse er nicht. Auch ob und welche Kosten auf das Unternehmen zukämen, sei noch nicht bekannt. Der Kran sei vermutlich schrottreif, ein Teil der Ladung jedoch, soweit er wisse, unbeschädigt.

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