KANTON ZUG: Wilde Verfolgungsjagd durch Zug

Ein 53-jähriger Automobilist hat in der Nacht auf Mittwoch die Zuger Polizei auf Trab gehalten. Er fuhr mit bis zu 140 km/h durch Zuger Gemeinden und verletzte die Verkehrsregeln rund ein Dutzend Mal schwer. In Baar zog ihn die Polizei mit Gewalt aus dem Fahrzeug.

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Endstation: Der Amokfahrer fuhr rückwärts in das hinter ihm stehende Polizeifahrzeug, dann wurde er verhaftet. (Bild Zuger Polizei)

Endstation: Der Amokfahrer fuhr rückwärts in das hinter ihm stehende Polizeifahrzeug, dann wurde er verhaftet. (Bild Zuger Polizei)

Kurz vor 5 Uhr morgens fiel einer Patrouille der Zuger Polizei ein Fahrzeug auf, welches mit übersetzter Geschwindigkeit von Walchwil in Richtung Zug unterwegs war. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung auf. Trotz diversen Aufforderungen der Polizei hielt der Lenker nicht an.

Bei einer Baustelle in Oberwil überholte der Lenker an der Ampel stehende Fahrzeuge, schoss auf die Gegenfahrbahn und missachtete das Rotlicht. Später überfuhr er eine Sicherheitslinie und raste mit rund 140 km/h in der 50er-Zone am Kantonsspital vorbei.

Aus Polizeikontrolle entwichen
In Zug bog er mit weiterhin massiv übersetzter Geschwindigkeit in die Ägeristrasse und anschliessend in die Loretostrasse (30er-Zone) ein. Später gefährdete er auf der Arbachstrasse einen Fussgänger. Schliesslich fuhr er durch eine Einbahnstrasse (Leihgasse). Kurz vor der Autobahnüberführung an der Blickensdorferstrasse gelang es der Zuger Polizei das Fahrzeug anzuhalten.

Doch der Lenker schaltete unvermittelt den Rückwärtsgang ein und wendete sein Fahrzeug. Durch dieses Manöver gefährdete er einen weiteren Fussgänger. Danach fuhr er mit rund 80 km/h über den Bahnhofplatz und die Haltestellen in Baar. Schliesslich fuhr er links herum durch einen Kreisel und schoss an der Altgasse in Baar ungebremst über eine Stoppstrasse.

Polizeiwagen gerammt
Am Ende der Altgasse - einer Sackgasse - kam der Automobilist endgültig nicht mehr weiter. Zuerst kollidierte er massiv mit dem Geländer einer Fussgängerunterführung. Danach legte er den Rückwärtsgang ein und fuhr rückwärts in das hinter ihm stehende Patrouillenfahrzeug der Zuger Polizei.

Von drei Polizeiautos verfolgt
Der Fahrzeuglenker, ein 53-jähriger Schweizer, konnte nach heftiger Gegenwehr aus dem Fahrzeug gezogen und auf die Polizeidienststelle gebracht werden. Der fehlbare Lenker wurde zeitweise von drei Fahrzeugen der Zuger Polizei verfolgt. Während seiner Fahrt schaltete der Automobilist immer wieder das Licht sowie die Warnlichter ein und aus.

Glücklicherweise wurde während der zehnminütigen Fahrt niemand verletzt. Das Fahrzeug des Unfallverursachers und ein Patrouillenfahrzeug der Zuger Polizei erlitten Totalschaden.

Atemtest negativ
Der Automobilist wird im Moment von der Zuger Polizei befragt und ärztlich begutachtet. Der Atemalkoholtest verlief negativ. Der Lenker wird angezeigt und wird sich vor der Justiz verantworten müssen. Die Polizei bittet Zeugen, insbesondere Radfahrer und Fussgänger, sich mit der Zuger Polizei in Verbindung zu setzen (T 041 728 41 41).

red