Kanton Zug
WWZ AG erhöht die Erdgaspreise per 1. November markant

Die Gaspreise auf den internationalen Märkten befinden sich auf einem Rekordhoch. Das kriegen nun auch die Zuger Abnehmer zu spüren.

Harry Ziegler
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Ab dem 1. November erhöht die WWZ AG laut einer Mitteilung über alle Kundensegmente den Preis für Erdgasbezug um 3,23 Rappen pro Kilowattstunde (inklusive Mehrwertsteuer). Der Grundpreis und die CO2-Abgabe blieben unverändert. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20'000 Kilowattstunden (kWh) stiegen die monatlichen Kosten somit um rund 54 Franken, rechnet die WWZ AG vor. Diese Preisanpassung stehe unter dem Vorbehalt der konzessionsvertraglichen Genehmigung durch den Zuger Stadtrat. Dazu Robert Watts, Leiter Kommunikation WWZ: «Die Preisanpassung betrifft sämtliche Kundinnen und Kunden in Gasversorgungsgebiet von WWZ. Im Konzessionsvertrag mit der Stadt Zug ist festgehalten, dass Preisanpassungen der Zusage des Zuger Stadtrats bedürfen. Mit den anderen Konzessionsgemeinden ist vereinbart, dass der Entscheid des Zuger Stadtrats auch für diese Gültigkeit hat, was die Gleichbehandlung aller Kundinnen und Kunden gewährleistet.»

Der Aufschlag ist eine Folge der stark gestiegenen Preise an den internationalen Energiemärkten. Aktuell liegt der Marktpreis (Spot-Markt) laut der WWZ AG für eine Megawattstunde mit rund 90 Euro gut 400 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Davon betroffen ist nicht nur WWZ. Die aktuelle Lage betrifft alle Zentralschweizer Energieanbieter. Laut WWZ-Geschäftsbericht 2020 beträgt der Gesamtgasabsatz 483 Millionen kWh (pro Monat 40,25 Millionen kWh). Davon beziehen Haushalts- und Gewerbekunden 200 Millionen kWh (pro Monat 16,7 Millionen kWh), Geschäfts- und Industriekunden 279 Millionen kWh (pro Monat 23,3 Millionen kWh), schreibt Robert Watts auf Nachfrage.

WWZ rechnet nicht Versorgungsengpässen

Verschiedene Faktoren lägen dieser Preisentwicklung zugrunde: die hohe globale Nachfrage im Zuge der Erholung nach der Coronakrise, die historisch tiefen europäischen Gasspeicherstände und die ausstehende Inbetriebnahme der neuen Pipeline Nord Stream 2. Der grösste Zuger Energieversorger rechne nicht mit Versorgungsengpässen. Aber: «Bei einer extremen Verknappung könnten schweizweit etliche Grossverbraucher vorübergehend von Gas auf Öl umstellen. Diese Umstellung kann von den jeweiligen Gasversorgungsunternehmen angeordnet werden», so Watts. Die ehemalige Papierfabrik Cham sei ein solcher Grossverbraucher mit Ölpuffer gewesen, erklärt der WWZ-Kommunikationsleiter.

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