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Die grössten Dreckschleudern sind im Kanton Zug unterwegs

Das Wachstum zeigt Folgen: Da es immer mehr Motorfahrzeuge gibt, liegt Zug bei CO2-Ausstoss und Treibstoffverbrauch an der Spitze.
Laura Sibold
Besonders die Zahl der Allradfahrzeuge ist im Kanton Zug in den vergangenen Jahren stark angestiegen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 24. Juli 2018)

Besonders die Zahl der Allradfahrzeuge ist im Kanton Zug in den vergangenen Jahren stark angestiegen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 24. Juli 2018)

Der Kanton Zug hat die stärkste Zunahme an Motorfahrzeugen in der Zentralschweiz. Etwas mehr als 108600 Motorfahrzeuge gab es im vergangenen Jahr in Zug. Gegenüber 2017 ist dies eine Zunahme um 6,6 Prozent, wie aus der Fahrzeugstatistik des Bundesamtes für Strassen (Astra) hervorgeht. Damit liegt der Kanton Zug im nationalen Vergleich an zweiter Stelle – hinter Appenzell Innerrhoden, wo die Zunahme an Motorfahrzeugen 38 Prozent beträgt. Wieso Appenzell Innerrhoden obenaus schwingt, ist schnell erklärt: Es ist der Kanton mit den meisten eingelösten Mietfahrzeugen.

Dass der Kanton Zug die zweithöchste Zunahme an Motorfahrzeugen hat, dürfte primär mit dem überdurchschnittlichen Wachstum von Bevölkerung und Arbeitsplätzen zu erklären sein. Darüber hinaus führt Baudirektor Florian Weber ähnliche Gründe wie in Appenzell Innerrhoden ins Feld: Auch in Zug hätten viele Firmen zahlreiche Fahrzeuge eingelöst.

«Interessant ist auch, dass der Kanton Zug nicht nur bei den Autos überdurchschnittlich abschneidet, sondern auch bei der Anzahl Abonnements des öffentlichen Verkehrs oder der Anzahl Velos pro Einwohner», so Weber.

Auch dies deute auf das grosse Wachstum im Kanton Zug hin, betont Baudirektor Florian Weber.

Jeder 21. Zuger kaufte sich einen Neuwagen

Rund 85000 Personenwagen gab es 2018 im Kanton Zug, knapp 6000 davon wurden im vergangenen Jahr neu gekauft. Jeder 21. Zuger schaffte sich 2018 ein neues Gefährt an. Dies zeigt ein Blick auf die Neuwagenflotte, die das Bundesamt für Energie (BFE) jährlich auswertet. Auch hier landet der Kanton Zug auf Spitzenpositionen: Er führt gleich zwei Ranglisten an, jene zum CO2-Ausstoss und jene zum Treibstoffverbrauch. Demnach verbrauchen Neuwagen in der Schweiz 2018 im Durchschnitt 6,08 Liter Benzinäquivalent pro 100 Kilometer. Im Kanton Zug sind es 6,69 Liter Benzinäquivalent pro 100 Kilometer.

Der CO2-Ausstoss von Neuwagen liegt schweizweit bei 137,8 Gramm pro Kilometer, im Kanton Zug sind es durchschnittlich 152 Gramm CO2 pro Kilometer. Diesen Wert erreichen nicht einmal die Bergkantone Graubünden (149 Gramm) oder Wallis (145 Gramm). Die durchschnittlichen CO2-Emissionen erhöhten sich im Kanton Zug von 2017 bis 2018 zudem um 7 Gramm. Das ist primär auf zwei Gründe zurückzuführen: Einerseits auf den Rückgang der Dieselfahrzeuge, die 20 Prozent weniger CO2 produzieren als Benziner. Andererseits auf die steigende Anzahl Allradfahrzeuge. Gemäss BFE hat sich die Anzahl neuer Personenwagen im Kanton Zug über die letzten Jahre nämlich kaum verändert – dafür ist die Zahl der Allradfahrzeuge stark angestiegen. Hatten 2014 erst die Hälfte aller neuer Personenwagen in Zug einen Allradantrieb, waren es vier Jahre später bereits fast 64 Prozent.

Zum Mobilitätskonzept und Mobility Pricing

Widersprechen diese Fakten nicht den Bestrebungen des Kantons, in Elektromobilität zu investieren und den CO2-Verbrauch zu reduzieren? Tatsächlich habe sich der Regierungsrat im Energieleitbild und mit seiner Luftreinhaltepolitik für mehr umweltverträgliche Mobilität ausgesprochen, stimmt Baudirektor Florian Weber zu. «Im Rahmen des Mobilitätskonzepts muss der Zuger Kantonsrat Grundsätze zu diesen Themen festlegen, damit der Regierungsrat entsprechende Massnahmen ergreifen kann.» Die Baudirektion erstellt derzeit einen Rohling des Mobilitätskonzepts. Bis Ende 2019 will der Regierungsrat diesen für die Mitwirkung freigeben. Dann finden Workshops mit Gemeinden, Bund, Nachbarkantonen und weiteren Interessenvertretern statt. Anschliessend erarbeitet die Baudirektion das Konzept mit den Anpassungen des Richtplans, wozu sich in einer öffentlichen Mitwirkung alle Zuger äussern können.

«Ende 2021 beschliesst der Kantonsrat die räumlichen Fragen zum Mobilitätskonzept», so Baudirektor Florian Weber.

Im Rahmen des Mobilitätskonzepts befasst sich der Kanton Zug auch mit Mobility Pricing. Das Astra hat kürzlich eine theoretische Wirkungsanalyse auf Basis von Verkehrsmodellberechnungen durchgeführt, das die Auswirkungen von Mobility Pricing untersucht. Laut einem Sprecher sind noch Fragen zu klären, etwa zu den finanziellen Auswirkungen auf die Haushalte. Der Bundesrat werde noch in diesem Jahr über das weitere Vorgehen befinden.

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