Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KANTON ZUG: Zug geht mit Bauzonen haushälterisch um

In der neuen Bauzonenstatistik des Bundes nimmt der Kanton Zug einen Spitzenplatz ein. Dass trotz starker Zuwanderung nicht entsprechend mehr Fläche beansprucht wird, können sich auch Experten nicht abschliessend erklären.
Livio Brandenberg
Das erste Holzhochhaus der Schweiz auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz. (Bild: Boris Bürgisser (17. Oktober 2017))

Das erste Holzhochhaus der Schweiz auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz. (Bild: Boris Bürgisser (17. Oktober 2017))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Wie haushälterisch gehen die Kantone mit ihren Bauzonen um? Diese Frage stellt und beantwortet der Bund alle fünf Jahre. Das Resultat der Erhebung ist die Bauzonenstatistik.

Und laut dieser ist der Kanton Zug beim Haushalten mit seinen Bauzonen vorbildlich. Nur die beiden Stadtkantone Basel-Stadt und Genf schneiden besser ab. So beanspruchen Einwohner und Beschäftigte, die von auswärts nach Zug pendeln, im Kanton pro Kopf 103 Quadratmeter Bauzonenfläche. Die Beschäftigten aus anderen Kantonen werden berücksichtigt, da auch Arbeitsplätze Raum brauchen. Zum Vergleich: Im Spitzenreiter-Kanton Basel-Stadt konsumiert ein Einwohner oder Beschäftigter 55 Quadratmeter Bauzonenfläche, in Genf 96, in Zürich 125 und in Luzern 171 Quadratmeter.

Weniger Baufläche pro Person verbraucht

Ein geringer Bauzonenverbrauch pro Einwohner und Beschäftigten deutet auf eine wenig zersiedelte, kompakte Siedlungsstruktur hin. Dies zeigt sich bei den Kantonen Basel-Stadt und Genf mit einer grossen Stadt und einem flächenmässig kleinen Umland.

Für die Kantone ist die Bauzonenstatistik interessant, weil ihr eine einheitliche Methodik zu Grunde liegt. Dies ermöglicht einerseits direkte Vergleiche, wie die Kantone mit der Ressource Boden – respektive den Bauzonen – umgehen. Andererseits lässt ­ die Wiederholung der Erhebung ­im Fünf-Jahres-Rhythmus auch Schlüsse über die Entwicklung zu.

Und die neuesten Zahlen zeigen: Die allermeisten Kantone benötigen heute weniger Bauzone pro Einwohner und Beschäftigten als noch 2012 – so auch Zug, wo das Minus 18 Prozent beträgt. Laut der Baudirektion des Kantons wäre zu erwarten gewesen, dass vor allem diejenigen Kantone mit einem hohen Bauzonenverbrauch – und demnach einem grossen Potenzial für Verdichtung – gut abschneiden würden. Die Statistik zeigt allerdings ein anderes Bild: Der bereits sehr kompakt bebaute Kanton Zug konnte den Bauzonenverbrauch nochmals deutlich stärker eindämmen als die meisten anderen Kantone.

Kompakt bauen bleibt für Zug auch eine Vorgabe. Denn die Bevölkerungszahlen steigen stetig: Ende des letzten Jahres betrug die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Zug 123 948 Personen. Vor zehn Jahren waren es fast 11 000 Personen weniger. Was dabei auffällt, ist, dass die Bauzonenflächen in den Zuger Gemeinden sich über die Jahre nur wenig verändert haben. Die Baudirektion erhebt diese Daten jährlich (siehe Tabelle). So wurden zwischen Ende 2015 und Ende 2016 im Kanton knapp 10 Hektaren Bauzone bebaut. Die unbebaute Fläche sank im gleichen Zeitraum um 0,5 Prozent.

Bestehende Zonen werden effizient genutzt

Es leben und arbeiten also immer mehr Personen im Kanton, entsprechend mehr Bauzonenfläche wird dabei aber nicht in Anspruch genommen. 2010 habe eine Einwohnerin im Kanton Zug durchschnittlich rund 100 Quadratmeter Bauzone beansprucht, sagt Hannes Wahl vom Amt für Raumplanung des Kantons. Von 2010 bis 2015 erhöhte sich die Zahl der Einwohner im Kanton um rund 9000 Personen. «Überbaut wurden in diesem Zeitraum 44 Hektaren bis anhin unüberbaute Bauzonen. Pro neu hinzugekommener Person wurden theoretisch also nur rund 50 Quadratmeter – 44 Hektaren geteilt durch 9000 Personen – unbebaute Bauzonen verbraucht.» Das bedeute, dass ein beträchtlicher Teil der neu zugewanderten Personen «im bestehenden Siedlungsgebiet untergekommen ist und dort zu einer Verdichtung nach innen beigetragen hat.»

Erklärungen für diese Entwicklung könnten laut Wahl sein, dass auch in bereits überbauten Bauzonen grössere Bauvolumen, also mehr Mehrfamilienhäuser, erstellt worden sind oder dass etwa mehr Personen pro Wohnung leben. «Doch ganz klar einordnen können wir dieses Phänomen aufgrund unserer Datenbasis auch nicht.» Zu erwähnen sei auch, dass dies nur grobe Zahlen seien und aufgrund unterschiedlicher Definitionen auch nicht mit den Zahlen des Bundes verglichen werden könnten, so Wahl.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.