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KANTON ZUG: Zuger müssen Steuerklärung nicht mehr ausdrucken

Die Steuerverwaltung wird digital. Die ganze Steuererklärung kann ab sofort papierlos am Computer erledigt werden. Das hilft dem Kanton auch beim Sparen.
In Nidwalden laufen die Vorbereitungen für eine Onlinesteuererklärung. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 3. Februar 2016))

In Nidwalden laufen die Vorbereitungen für eine Onlinesteuererklärung. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 3. Februar 2016))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

In diesen Tagen erhalten alle Zuger Privathaushalte Post, die ungefragt in ihrem Briefkasten liegt. In einem grossen Couvert eingepackt, befinden sich alle Unterlagen, die physisch notwendig sind, um die Steuererklärung des Jahres 2017 auszufüllen. Seit 2002 kann diese Pflicht auch am Computer erledigt werden, aber die Formulare müssen weiterhin ausgedruckt, dann unterschrieben und schliesslich der Steuerverwaltung per Post wieder geschickt werden.

Jetzt geht der Kanton Zug einen Schritt weiter: Das Ausfüllen der Steuererklärung ist ab sofort auch komplett digital möglich. Die dazu notwendige Software eTax hat der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler gestern Morgen vorgestellt und freigeschaltet. Das Gute für die Steuerpflichtigen, die mittlerweile zu Kunden geworden sind: Die gewohnte Oberfläche bleibt erhalten. Das Software-Update, um die Steuererklärung komplett elektronisch auszufüllen, führt vor allem im Hintergrund zu veränderten Prozessen.

Der Transfer der Daten aus der Vorperiode funktioniere aber wie gehabt, versichert Philipp Moos. Er ist der Leiter der Abteilung natürliche Personen bei der Steuerverwaltung. Philipp Moos wie auch Heinz Tännler haben das neue Programm schon scharf getestet. Tännler sagt: «Ich habe den Plausch. Das ist eine tolle Möglichkeit für unsere Kunden.» Der Zuger Finanzdirektor räumt aber ein: «Das Kind muss noch laufen lernen.» Er verspricht aber, dass «die Steuerverwaltung es im Griff hat».

Login auch für weitere Kommunikation

Um mit der papierlosen Kommunikation in Steuerangelegenheiten zu starten, braucht es noch eine weitere Voraussetzung: ein Login. Dieses muss einmalig beantragt werden unter www.zuglogin.ch. Dort werden die AHV-Nummer, das Geburtsdatum und eine E-Mail-Adresse verlangt. Einige Tage später folgen per eingeschriebener Post die weiteren Erfordernisse, um dereinst die Steuererklärung ohne lästigen Papierkram übermitteln zu können. Ebenfalls notwendig ist ein Smartphone, um alle Barrieren aus dem Weg zu räumen.

Heinz Tännler propagiert das Zuglogin mit Vehemenz: «Es soll auch für andere Arten der Kommunikation mit dem Kanton Verwendung finden.» So gesehen hat das persönliche Login die Qualität einer metallenen Erkennungsmarke der Armee. Dieser kantonale Zugangscode hängt einem nur virtuell am Hals.

Erklärvideo mit Nik Hartmann

Philipp Moos hofft, dass im ersten Jahr rund 4000 steuerpflichtige Zuger von der neuen digitalen Steuererklärung Gebrauch machen werden. Die Steuerverwaltung hat 76'828 Couverts für die Steuerperiode 2017 auf die Post gebracht. Bis die neue Methode flächendeckend Anwendung findet, wird es allerdings etwas dauern. Im Kanton Zug können seit 2002 die Steuererklärungen elektronisch erfasst und physisch ans Steueramt geschickt werden.

Heute nutzen 82 Prozent der natürlichen Personen diesen Weg. Wie gehabt, gibt es die neue Software eTax (www.zg.ch/tax) für die Betriebssysteme Mac, Linux und Windows. Um den Steuerpflichtigen die digitale Methode schmackhaft zu machen, sind zwei Filme auf der Plattform der Steuerverwaltung aufgeschaltet. In diesen erklärt der bekannte Zuger Radio- und Fernsehentertainer Nik Hartmann Schritt für Schritt, wie ein jeder zum Erfolg kommt.

Rund 1000 Arbeitsstunden sollen gespart werden

Auch in Sachen Sicherheit, so betont Philipp Moos, genüge die elektronische Steuererklärung höchsten Ansprüchen. Das System sei von einer externen Stelle geprüft worden. Der Kanton hat sehr gute Noten erhalten

Der Server, auf welchem all die Daten lagern, befindet sich nicht in einer Datenwolke, sondern auf einem Rechner im Keller des Verwaltungszentrums an der Aa. Russische Trolle oder einer der zahlreichen US-Geheimdienste sollten so das System nicht haken können. «Einzig die Steuerverwaltung hat zu den übermittelten Daten Zugang.»

Nicht unerwähnt lässt Heinz Tännler den Spareffekt. Philipp Moos schätzt, dass das Einscannen einer Steuererklärung bei der Steuerverwaltung eine Viertelstunde Zeit in Anspruch nimmt. Mit den 4000 Steuererklärungen in elektronischer Form lässt sich bei beiden Partien Papier sparen und es entfallen 1000 Arbeitsstunden.

Das hilft wiederum der Steuerverwaltung, die wie alle anderen Amtsstellen von einem Stellenstopp betroffen ist, die Arbeitslast für die wachsende Zahl der «Kunden» etwas besser abfedern zu können. Derzeit sind 150 Personen in der Steuerverwaltung beschäftigt, welche sich 125 Stellen teilen. Tännler wie auch Moos sagen aber auch, dass selbstverständlich niemand gezwungen werden könne, die papierlose Variante zu wählen. Auch von Hand ausgefüllte Steuererklärungen werden weiterhin akzeptiert.

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