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KANTON: Zuger Nummernschilder unter dem Hammer

Ab dem kommenden Jahr darf das Strassenverkehrsamt Kontrollzeichen versteigern. Dabei kommen auch Schilder in die Auktion, welche bisher zurückgehalten wurden.
Der Kanton Zug kann künftig Kontrollschilder, wie auch diese Schnapszahl, versteigern. (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 21. Dezember 2017))

Der Kanton Zug kann künftig Kontrollschilder, wie auch diese Schnapszahl, versteigern. (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 21. Dezember 2017))

Eine Schnapszahl für den vierrädrigen Untersatz? Oder das Geburtsdatum als Nummernschild? Ab dem kommenden Jahr ist dies auch im Kanton Zug gegen das nötige Kleingeld möglich – wobei man dazu sehr viel von solchem benötigt. Denn neu kann das Strassenverkehrsamt weisse Kontrollschilder für Autos und Motorräder versteigern. In anderen Kantonen, die das System bereits kennen, gingen auf diese Art tiefe Nummernschilder zu immensen Preisen weg – der Rekord liegt derzeit im Kanton Wallis, wo ein Bauunternehmer für die Nummer «VS 1» 160100 Franken zu bezahlen bereit war.

Wie der Markt im Kanton Zug aussehen wird, müsse sich erst zeigen, sagt der kantonale Sicherheitsdirektor Beat Villiger. Insbesondere während der Anfangszeit werden ganz spezielle Exemplare dabei sein: «Die Autonummern 1 bis 100 wurden seit jeher nicht rausgegeben. Die werden wir alle versteigern.» Auch bei den kantonalen Fahrzeugen wie jenen der Polizei werden die attraktiven Schilder abmontiert und durch unattraktive ersetzt.

Nummern können zurückgezogen werden

Ob eine Nummer in die Auktion gegeben wird, bestimmt unter anderem der Leiter des Strassenverkehrsamtes, Markus Feer. «Klar ist, dass wir künftig alle Schnapszahlen und alle freien Nummern bis 10000 versteigern. Ansonsten entscheiden wir von Fall zu Fall.» Für solche Entscheide könne neben dem Amtsleiter und dem Bereichsleiter auch zusätzlich der Direktionsvorsteher zu Rate gezogen werden.

Die Versteigerungen werden über ein Onlineprogramm geführt. Dort muss man sich anmelden und erhält dann automatisch eine Meldung, wenn wieder neue Kontrollschilder angeboten werden. Wird für ein Schild der festgesetzte Mindestpreis nicht geboten, kann dieses wieder zurückgezogen werden, wie Beat Villiger erklärt. «Wir geben nichts zu einem Spottpreis raus.» Wie viel das sein muss, wird individuell bestimmt.

Ebenfalls neu wird die Möglichkeit sein, sich ein Nummernschild nach eigenem Gusto zusammenzustellen – beispielsweise mit den Zahlen des Geburtsdatums. Dieses wird jedoch ebenfalls in die Auktion gegeben und nicht direkt verkauft. «Wir dürfen keine Kontrollschilder ohne Auktion verkaufen», erklärt Markus Feer. «Wenn es auf dem Markt einen höheren Wert hat, als wir festsetzen, soll es auch mehr kosten.» Die höchstmögliche wünschbare Nummer wird dabei 999999 sein. «Wobei diese mindestens 1000 Franken kosten wird», ergänzt Beat Villiger.

Mit Kontrollschildern lässt sich Geld verdienen

Auch wenn die Idee der Kontrollschildauktion keine neue ist, zieht der Kanton Zug erst jetzt nach. «Im Zuge der Vorbereitungen für das Entlastungsprogramm 2015 bis 2018 haben wir erstmals eine Offerte für die Versteigerungsapp eingeholt», so Feer. Nach der Ablehnung der Vorlage an der Urne wurde die Massnahme in die Light-Version «Entlastungsprogramm 2018» eingebunden. Der Kanton erhofft sich, mit der neuen Einnahmequelle rund 400 000 Franken jährlich zu generieren. Dass sich mit der Auktion von Nummernschildern Geld verdienen lässt, zeigen die Schätzungen aus anderen Kantonen. Der Kanton Zürich nimmt rund 2,5 Millionen Franken jährlich ein. Eher mit Zug vergleichbar ist der Kanton Schwyz. Dort werden die Einnahmen mit 500 000 Franken budgetiert, wie bei der zuständigen Stelle zu erfahren ist.

Weiterhin möglich ist aber auch der private Verkauf oder die Weitergabe einer Nummer. Wie bisher fällt dabei einzig die Übertragungsgebühr von 250 Franken an. Gemäss Markus Feer gibt es solche Übertragungen rund 1000-mal im Jahr.

Dass man aber mit der neuen Regelung per Zufall beim Ein­lösen eines Nummernschildes noch eine Schnapszahl erhält, ist ab Januar nicht mehr möglich. Feer: «Wir haben den Auftrag, mit den Auktionen Geld zu verdienen, da geben wir im regulären Betrieb keine potenziell wertvollen Nummern mehr raus.»

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

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