Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KANTON: Zuger sollen länger einkaufen

Liberalere Laden­öffnungszeiten waren schon mehrmals ein Thema in Zug. Nun wird ein neuer Anlauf genommen – bereits kündigt sich Widerstand an.
Wünschen sich längere Öffnungszeiten (von links): Simon Rohrer, Urs Schwerzmann und Patrick Mollet. (Bild Stefan Kaiser)

Wünschen sich längere Öffnungszeiten (von links): Simon Rohrer, Urs Schwerzmann und Patrick Mollet. (Bild Stefan Kaiser)

Charly Keiser

Fünf FDP-Politiker aus der Stadt Zug lancieren heute die kantonale Gesetzesinitiative «1 Stunde länger». Aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Bedürfnisse im Kanton Zug sei es nötig, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu den Öffnungszeiten des Detailhandels flexibler zu gestalten, schreibt das Initiativkomitee. Dieses besteht aus Hauptinitiant Simon Rohrer, der für die Freisinnigen im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug sitzt, seinen Ratskollegen Rainer Leemann und Etienne Schumpf sowie dem städtischen FDP-Präsidenten Patrick Mollet und Fabienne Wickart, Präsidentin der kantonalen Jungliberalen.

Konkret wolle das Komitee die Möglichkeit schaffen, dass Verkaufslokale montags bis freitags bis 20 Uhr und samstags bis 18 Uhr geöffnet haben dürfen, schreibt es in seiner Medienmitteilung. «Jedem Verkaufslokal im Kanton Zug soll es freistehen, selber zu entscheiden, ob es von der zusätzlichen Stunde Geschäftsbetrieb abends Gebrauch machen möchte.» Derzeit dürfen die Geschäfte wochentags bis 19 Uhr und samstags bis 17 Uhr öffnen.

Zu wenig Zeit für den Einkauf

Es gebe immer mehr Einzelhaushalte und Familien, in denen beide Eltern arbeiten würden, erklärt Simon Rohrer. Die heute geltenden Öffnungszeiten würden arbeitstätigen Personen das Einkaufen erschweren oder gar verunmöglichen, betont er. «Umso mehr, als es heute zunehmend Angestellte gibt, die auch nach 17 oder 18 Uhr noch arbeiten müssen. Darum sind wir überzeugt, dass in der Gesellschaft das Bedürfnis besteht, künftig am Abend eine Stunde länger einkaufen zu können.»

Gerade im wirtschaftsfreundlichen und international vernetzten Kanton Zug brauche es moderne und flexible Ladenöffnungszeiten, betont das Initiativ­komitee weiter. «In den meisten angrenzenden Kantonen wie Schwyz und Zürich sowie in den Halbkantonen Ob- und Nidwalden bestehen nämlich bereits heute längere Öffnungszeiten.» Rohrer betont: «Ganz wichtig ist die Freiwilligkeit. Es soll ja niemand gezwungen werden, seinen Laden länger offenzuhalten.»

SP will Arbeitnehmer schützen

Ihre Partei sei aus verschiedenen Gründen gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten, sagt SP-Kantonsrätin Barbara Gysel. So sei schon das heutige Einkaufen unter der Woche bis 19 Uhr grosszügig, und bestehende Angebote, etwa jene bei Bahnhöfen sowie Tankstellenshops, würden vollauf genügen. Letztere seien ja teilweise gar bis Mitternacht geöffnet. «Längere Öffnungszeiten führen zudem zu schlechteren Arbeitsbedingungen und einem geringeren Arbeiterschutz», betont die SP-Kantonalpräsidentin. Ausserdem leide der Jugendschutz, und unter Umständen stiegen das Littering und der Vandalismus, ergänzt Gysel und fügt an: «Gegen diese Phänomene kämpfen ja auch die bürgerlichen Parteien.»

Rohrer lässt diese Argumente nicht gelten: «Denn schon heute können junge Leute nach Ladenschluss Alkohol kaufen, diesbezüglich ist keine Verschlechterung zu erwarten», sagt er. Für Rohrer ist zudem klar, dass auch die kleinen Läden und die Wirtschaft des Kantons Zug als Ganzes von längeren Öffnungszeiten profitieren würden.

In Luzern dreimal gescheitert

Die Diskussion um die Ladenöffnungszeiten kennt auch der Kanton Luzern bestens. Bereits dreimal kamen in den letzten zehn Jahren Vorlagen dazu vors Volk. 2006 wurde eine Totalliberalisierung mit 63 Prozent Nein-Stimmen klar verworfen. 2012 wurde auch eine moderate Ausweitung der Öffnungszeiten (samstags eine Stunde länger, bis 17 Uhr) mit 55 Prozent Neinstimmen abgelehnt. Und 2013 wurde wiederum eine Totalliberalisierung gar mit 68 Prozent Nein-Anteil bachab geschickt.

Längere Öffnungszeiten sind auch national ein Thema: Der Bundesrat schlägt ein Gesetz vor, das genau dieselben Ladenschlusszeiten aufweist wie die Zuger Initiative. In der Vernehmlassung stösst der Gesetzesentwurf seitens der meisten Kantone, der Gewerkschaften und der Linken auf Ablehnung, während die bürgerlichen Parteien und der Detailhandel dafür sind. Die Kommission des Ständerats hat sich letzte Woche für die Vorlage ausgesprochen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.