KANTONALER RICHTPLAN: Der Zuger Stadttunnel macht Boden gut

Die Regierung lenkt ein: Das Bauvorhaben Stadttunnel wird aufgewertet. Wird er nun auch früher gebaut?

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Stau in der Zuger Vorstadt: Problem bald gelöst? (Bild Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Stau in der Zuger Vorstadt: Problem bald gelöst? (Bild Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Der Zuger Baudirektor Heinz Tännler ist ein Macher. Kaum in Amt und Würden, konnte er sich am 11. März 2007 über das knappe Ja der Zuger Stimmbürger zur Umfahrung Cham-Hünenberg (UCH) freuen.

Doch jetzt müssen er und seine Regierungsratkollgen eingestehen, dass die im Zuger Richtplan aus dem Jahre 2004 enthaltenen Fristen bei den verschiedenen Strassenbauten nicht zu halten sind. «Die zeitlichen Vorgaben im Richtplan sind schlicht zu optimistisch», sagt Tännler und ergänzt: «Eine Umsetzung der Projekte nach dem Richtplan-Fahrplan ist nicht zu realisieren.»

Der Baudirektor nennt dazu ein Beispiel: Der Bau der UCH hätte zwischen 2002 und dem laufenden Jahr begonnen werden sollen. Dies sei, so Tännler, aufgrund der vielen Verfahrensschritte bei einem solchen Bauprojekt «schlicht nicht denkbar». Die politischen und juristischen Prozesse seien bei einer solchen Baute «nur beschränkt planbar». Und diesem Umstand trägt der Regierungsrat nun Rechnung, indem er auf die Nennung von konkreten Terminen für den Start der Realisierung fortan verzichtet.

Eine Motion wird erfüllt
Eine vom Regierungskollegium geplante Richtplanänderung dürften die Stadtzuger aber trotzdem mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen: Der Stadttunnel wird in der Prioritätenliste von der dritten auf die zweite Position vorgezogen. Damit erfüllt die Zuger Exekutive eine vom Kantonsrat im vergangenen Jahr überwiesene Motion, die die Umfahrung der Kantonshauptstadt in ebendiese Priorität einzuteilen anstrebte. Die «hohe verkehrstechnische Bedeutung des Vorhabens für die Stadt Zug» habe die Regierung zu diesem Schritt veranlasst, lässt sich Tännler in die Karten blicken. Eines sieht Tännler in diesem Schritt aber nicht: «Wir lösen die Prioritätenliste weder auf, noch stellen wir sie auf den Kopf.»

Der Baudirektor vergisst nicht auch gleich die Berggemeinden zu besänftigen: «Eine Aufwertung des Stadttunnels ändert nichts an der Einstufung anderer Vorhaben.» Darunter würde die Umfahrung Unterägeri fallen, die schon heute in der zweiten Priorität eingeteilt ist. Diese werde ebenso intensiv und parallel zur Planung des Stadttunnels vorangetrieben. Der Baudirektor sagt denn auch: «Wir sind immer in Eile, und zwar bei allen wichtigen Projekten.»

Marco Morosoli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.