Kantonsparlament
Die steuerliche Abzugslimite für Betreuungskosten von Kindern soll wegfallen

Ein überparteilicher Vorstoss will die Besteuerung der Drittbetreuung von Kindern im Kanton Zug auf neue Beine stellen. Abzüge sollen unlimitiert möglich sein.

Harry Ziegler
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Der Fachkräftemangel und die tatsächliche Gleichstellung seien eng verknüpft mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, schreibt Motionärin Tabea Zimmermann Gibson (ALG/Zug) in einer Mitteilung, die den Vorstoss begleitet. Aktuell würden viele Frauen ihre berufliche Tätigkeit aufgeben oder massiv reduzieren, wenn sie Mütter würden,

Zusammen mit Barbara Schmid-Häseli (CVP/Baar), Laura Dittli (CVP/Oberägeri), Karen Umbach (FDP/Zug), Peter Letter (FDP/Oberägeri) und Andreas Hürlimann (ALG/Steinhausen) will sie die Regierung beauftragen, «dem Kantonsrat eine Vorlage zu unterbreiten, die die steuerliche Abzugslimite für Kinderdrittbetreuungskosten in den Kantons- und Gemeindesteuern aufhebt. Der Kinderdrittbetreuungskostenabzug soll sich nach den nachgewiesenen Kosten für die Drittbetreuung von Kindern berechnen und nicht limitiert sein.» Es soll deshalb in Artikel 30 des kantonalen Steuergesetzes eine entsprechende Anpassung vorgenommen werden.

Aktuell höchstens 6000 Franken abziehbar

Momentan ist der kantonale Abzug von Drittbetreuungskosten auf 6000 Franken beschränkt. Damit sei der zulässige Abzug tiefer als der Abzug bei der Bundessteuer, der maximal 10'100 Franken pro Kind und Jahr beträgt. Stossend ist für die Politikerinnen und Politiker, dass dem Umstand nicht Rechnung getragen werde, «dass es sich bei den Kinderdrittbetreuungskosten gemäss der Formulierung im Gesetzestext faktisch um Aufwendungen zur Erzielung des Einkommens handelt.»

Gleichberechtigung und Chancengleichheit hätten viel mit der Wahl des Familienmodells und der Beseitigung finanzieller Nachteile von berufstätigen Frauen zu tun, heisst es in der Motionsbegründung. «Der Abzug von höchstens 6000 Franken entspricht meist nur dann den effektiven Betreuungsausgaben, wo ein Elternteil eine tiefe Teilzeitstelle hat.» Tiefe Teilzeitstellen jedoch hinderten an der beruflichen Weiterentwicklung und hätten zudem einen negativen Einfluss auf AHV und Pensionskasse. «Um die Grundlage zu schaffen, dass die Eltern ihr Verbleiben im Berufsleben der eigenen Überzeugung anpassen und nicht dem steuerlichen Modell des Kantons, soll die Limite für den Abzug der effektiven Kinderdrittbetreuungskosten gestrichen werden.» Tabea Zimmermann Gibson dazu: «Mit unserem Vorstoss wird es für die Mütter finanziell interessanter, im Berufsleben aktiv zu bleiben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird dadurch gestärkt.»