KANTONSRAT: Die Mittelschule soll in Menzingen bleiben

Die Zuger Mittelschule soll in Menzingen bleiben. Der Zuger Kantonsrat ist der Ansicht, der Kanton soll bestehende Liegenschaften weiter nutzen, statt an einem neuen Standort auf der grünen Wiese zu bauen. Er passte den Richtplan entsprechend an.

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Das Gymnasium in Menzingen. (Archivbild Martin Heimann/Neue ZZ)

Das Gymnasium in Menzingen. (Archivbild Martin Heimann/Neue ZZ)

Um künftig genügend Raum für die kantonalen Mittelschulen zu haben, war im Richtplan 2004 des Kantons Zug ein Standort in Cham vorgesehen. Dagegen wehrten sich erfolgreich Kantonsräte aus Menzingen. Dort ist zur Zeit das Kurzzeitgymnasium untergebracht. Am 6. Mai wurde zudem dem Parlament eine Petition mit 464 Unterschriften zur Beibehaltung der Schule in Menzingen übergeben.

Der Kantonsrat setzte am Donnerstag mit einer Richtplanänderung Menzingen als Schulstandort fest. Die Fraktionssprecher argumentierten mit regionalpolitischen Gründen und verwiesen auf die lange Schultradition im Klosterdorf Menzingen.

Als weiteren Standort bestimmte das Parlament das Areal Theilerhaus in Zug für die Wirtschaftsmittelschule und hob Cham als Mittelschulstandort mit 70 zu 3 Stimmen auf. Es nahm aber in den Plan die Absichtserklärung auf, dass bei künftigen kantonalen Schulbauten der Raum Ennetsee zu berücksichtigen sei.

Ausbau der Stadtbahnlinie 2 aufgegleist
In erster Lesung beschloss der Rat den Ausbau der Linie 2 der Stadtbahn Zug zwischen Baar-Lindenpark und Walchwil. Der Ausbau war bereits bei der Planung der Stadtbahn vorgesehen. Er umfasst zwei neue Haltestellen und den Halbstundentakt ab 20.10 Uhr.

An den Ausbaukosten von 35,4 Millionen Franken beteiligt sich der Bund zu 50 Prozent aus dem Infrastrukturfonds, sofern noch dieses Jahr mit dem Bau begonnen wird.

Auch FDP und SVP stimmten zu. Für sie ist aber mit diesem Ausbau der «Sättigungsgrad» für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs erreicht. Laut dem Zuger Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel ist aber die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs aufgrund des Wachstums im Kanton notwendig.

Platz für Fahrende und Armeewaffen
In Oberwil bei Cham richtet der Kanton auf einem ungenutzten Grundstück des Kantons einen Platz für Fahrende her. Die Suche nach einem geeigneten Platz dauerte 16 Jahre. Damals hatte eine Motion den Bau eines Durchgangsplatzes für Jenische gefordert. Die Fahrenden haben Stand- und Benutzungsgebühren zu bezahlen. Die Amortisation der Bau- und Landkosten geht zu Lasten des Kantons.

Und schliesslich nahm die Regierung Stellung zu einem SP-Postulat in Sachen Armeewaffen: Sie lehnt es ab, Armeewaffen kostenlos einzulagern, wenn Armeeangehörige diese nicht zu Hause behalten wollen. Die regierung führte vorab rechtliche Gründe an: Einschlägige Bestimmungen fielen in die Zuständigkeit des Bundes.

sda