KANTONSRAT: Musikschulen erhalten gesetzliche Grundlage

Der Zuger Kantonsrat hat die Regierung am Donnerstag verpflichtet, die Musikschulen im Schulgesetz zu verankern. Der Regierungsrat selber und die Mehrheiten in den Fraktionen von FDP und SVP wehrten sich erfolglos gegen die Festschreibung im Gesetz.

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(Symbolbild Christof Borner-Keller/Neue LZ)

(Symbolbild Christof Borner-Keller/Neue LZ)

Die Zuger Regierung muss dem Kantonsrat gegen ihren Willen eine Änderung des Schulgesetzes beantragen. Das Parlament hat am Donnerstag eine entsprechende Motion von CVP-Kantonsrätin Vreni Wicky mit 48 zu 21 Stimmen für erheblich erklärt. Damit werden die Gemeinden im Schulgesetz verpflichtet, Musikschulen zu führen.

An der geltenden Praxis wird sich jedoch nichts ändern: Alle elf Zuger Kommunen bieten bereits heute Musikunterricht an. Der Kanton subventioniert die Musikschulen, die heute fast 10'000 Schülerinnen und Schüler ausbilden, derzeit mit rund 8,5 Millionen Franken pro Jahr.

Deutlich mehr Sport als Musik
Für Motionärin Vreni Wicky geht es mit der Festschreibung im Gesetz um die "Legitimierung einer jahrzehntelangen Praxis". Sämtliche Gemeinden hätten die Verankerung in ihren Vernehmlassungsantworten ausdrücklich gewünscht. Dass die Regierung diesen Wunsch nicht aufgenommen habe, sei für sie "unverständlich".

Für Sportunterricht stünden inzwischen mehr als doppelt so viele Lektionen zur Verfügung wie für die Musik, warb Wicky für die Erheblicherklärung ihres Vorstosses. Dies hatten 52 weitere Parlamentsmitglieder unterzeichnet.

Wicky wurde unterstützt von ihrer Partei, der CVP, sowie den Fraktionen von SP und Alternativen. Die Mehrheiten von FDP und SVP nahmen die regierungsrätliche Haltung ein.

Bildungsdirektor Patrick Cotti (Alternative) versuchte in seinem Votum Bedenken zu zerstreuen, der Musikunterricht könnte dereinst abgeschafft werden. Der Kanton wende viel Geld für die Musikschulen auf, und die Arbeit der Musiklehrpersonen werde sehr geschätzt, sagte Cotti. Die Festschreibung des Musikunterrichts im Schulgesetz sei deshalb nicht nötig.

sda