Kantonsrat will Velofahren nicht im Lehrplan

Drei Zuger Kantonsräte verlangten in einer Interpellation, dass Velofahren an Schulen in den Lehrplan aufgenommen wird. Sie stiessen aber im Kantonsrat nicht auf offene Ohren.

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Ein ausgesteckter Veloparcours in der Herti Allmend. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Ein ausgesteckter Veloparcours in der Herti Allmend. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die statistischen Erhebungen des Bundes zeigen, dass immer weniger Schüler mit dem Fahrrad zur Schule kommen. In der Stadt Zug legen nur 12,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen ihren Schulweg mit dem Velo zurück. Ausserdem können Jahr für Jahr weniger Kinder einigermassen sicher Velofahren, hielten Stefan Gisler, Vroni Straub-Müller und Martrin Stuber von der Fraktion Die Alternativen - Die Grünen (ALG) in einer Interpellation fest.

Verankerung im Lehrplan 21

Sie wollten deshalb das richtige Erlernen des Velofahrens im neuen Lehrplan 21 verankern. Grund für den Rückgang des Velofahrens sei unter anderem, dass immer mehr Kinder mit dem Auto in die Schule gebracht werden. Besonders in den steuergünstigen Gemeinden sei das «Mama-Taxi» verbreitet.

Staat soll nicht alles vorschreiben

Die Parteien teilten zwar die Sorge, dass immer weniger Kinder den Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen. Das Velofahren im Lehrplan zu verankern, gehe aber zu weit. Die SP-Fraktion wollte nicht, dass der Schule ständig neue Aufträge erteilt werde. Die SVP-Fraktion sprach sich dagegen aus, weil sie die Wahl den Bürgern überlassen will. Der Staat solle nicht bestimmen, wie das Kind in die Schule fährt. Die FDP sprach sich dagegen aus, die Schule zum Müllschlucker für gesellschaftliche Verfehlungen zu machen.

Der Regierungsrat nahm von der Interpellation Kenntnis und leitete den Vorschlag an die Bildungskonferenz Zentralschweiz weiter. Diese wollte sich allerdings noch nicht festlegen.

sda/ks