Kantonsrat
Zug ist in Sachen Gleichstellung weiter als Kritiker meinen, ist die Regierung überzeugt

Zwar ist die Verwaltung des Kantons bezüglich Gleichstellung noch nicht dort, wo man gerne wäre. Dennoch geht es durchaus vorwärts, sagt der Regierungsrat. Das mag sein, so die Kritiker, ihnen geht es aber generell zu langsam.

Harry Ziegler
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Der Kanton Zug ist in Sachen Gleichstellung noch nicht in dem Bereich, der wünschenswert wäre, sind sich die meisten Fraktionen einig. Allerdings klaffen – wie bei vielen anderen Anliegen – die Sichtweisen zwischen links und rechts doch deutlich auseinander.

«Die Antwort der Regierung auf die Interpellation ‹Standortbestimmung Gleichstellung im Kanton Zug› ist aus Sicht der Fraktion Alternative-die Grünen unbefriedigend», sagte Hanni Schriber-Neiger (ALG/Risch). Sie stelle bei der Regierung zu diesem Thema «leider eine Haltung von Desinteresse bis zu passivem Widerstand fest.» Ähnlich äusserten sich die Kantonsrätinnen Tabea Zimmermann Gibson (ALG/Zug) oder Virginia Köpfli (SP/Hünenberg). Ihnen geht das alles zu langsam.

Gegen diese Sichtweise wehrten sich Kantonsräte aus der SVP-Fraktion und zum Schluss FDP-Regierungsrat Andreas Hostettler. Der Kanton Zug sei in Sachen Gleichstellung weiter als die Aussagen in der Interpellation aus ALG und SP beschreiben.

Es könnten mehr Frauen in Kaderpositionen sein

Als Beispiel führte Hostettler die Situation bei Teilzeitanstellungen an. Der Kanton Zug schreibe solche – auch Kaderstellen – in Teilzeit aus. Ende 2019 arbeiteten laut Bericht der Regierung in den Direktionen zwischen 56 (Sicherheitsdirektion) und 91 Prozent (Allgemeine Verwaltung) der Frauen Teilzeit. Bei den Männern schwankte die Zahl der in Teilzeit Angestellten zwischen 9,2 (Sicherheitsdirektion) und 67,1 Prozent (Allgemeine Verwaltung). Die grossen Schwankungen bei den Männern lassen sich darauf zurückführen, dass bei der Polizei viele Männer in einem 100-Prozent-Pensum tätig sind. Gegen den Vorwurf, Teilzeitarbeit sei in der Zuger Verwaltung als Angebot Mangelware, wehrte sich Hostettler. Er räumte allerdings ein, dass Frauen in Kaderpositionen in der Verwaltung noch wenig vertreten seien.