Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

KANTONSRAT ZUG: Streit um übermalte Jesus-Bilder in Asylheim

Übermalte christliche Wandbilder haben am Donnerstag im Zuger Kantonsrat für scharfe Kritik gesorgt. Die Regierung liess in der ehemaligen Spital-Kapelle Jesusbilder überstreichen, um einen «hellen und freundlichen» Begegnungsraum für Asylsuchende einzurichten. Völlig unsensibel, fanden viele Parlamentarier.
Die Regierung ordnete an, die Bilder mit weisser Farbe zu übermalen. Ansonsten wäre der Raum zu düster gewesen, argumentierte Baudirektor Urs Hürlimann (FDP) am Donnerstag in der Debatte (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser)

Die Regierung ordnete an, die Bilder mit weisser Farbe zu übermalen. Ansonsten wäre der Raum zu düster gewesen, argumentierte Baudirektor Urs Hürlimann (FDP) am Donnerstag in der Debatte (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser)

Rein rechtlich gesehen war das Überstreichen der Wandbilder in der ausgedienten Spital-Kapelle kein Problem: Die Bilder aus dem Jahr 1938, die den Leidensweg Jesu zeigten, waren nicht geschützt. Die Kapelle wird zudem ohnehin in etwa zwei Jahren abgebrochen.

Bis dann soll der Raum noch für die Asylsuchenden genutzt werden, die im alten Spital untergebracht sind. Um einen freundlichen, hellen Aufenthaltsraum zu schaffen, wählte die Regierung nach Ansicht vieler Kantonsräte aber den völlig falschen Weg.

Mit weisser Farbe übermalt

Die Regierung ordnete an, die Bilder mit weisser Farbe zu übermalen. Ansonsten wäre der Raum zu düster gewesen, argumentierte Baudirektor Urs Hürlimann (FDP) am Donnerstag in der Debatte. «Es ging uns niemals darum, christliche Symbole zu entfernen, weil man diese Asylsuchenden nicht zumuten könnte», sagte er weiter. Man habe nur einen pragmatischen und kostengünstigen Weg gewählt.

Pragmatismus kann aber auch ins Unsensible kippen, waren sich zahlreiche Kantonsrätinnen und Kantonsräte einig. Sehr viele Zugerinnen und Zuger hätten sich daran gestört, dass die Bilder übermalt worden seien, sagte der GLP-Sprecher. Christliche Symbole dürfe man nicht einfach entfernen.

Die Bilder seien in einer Nacht- und Nebelaktion übertüncht worden, kritisierte der CVP-Vertreter. Man erwarte, dass die Regierung künftig sensibler mit solch heiklen Themen umgehe. Für die SVP wiederum war das Übermalen der Leidensgeschichte Christi ein «exemplarisches Beispiel, das zeigt, wie man mit unserem Erbe umgeht».

«Wir wollten keinen Sturm auslösen»

Kritik gab es auch von linker Seite. Die Alternative - die Grünen (ALG) befürchten, dass das Ganze negativ auf die Flüchtlinge zurückfallen könnte. Es sei die Wirkung entstanden, dass diesen Menschen keine christliche Symbole zugemutet werden könnten. Dabei hätten die Flüchtlinge das Übermalen ja gar nicht verlangt.

«Es war niemals unsere Absicht, einen solchen Sturm auszulösen», sagte Baudirektor Hürlimann weiter. Der Regierung sei nicht bewusst gewesen, dass man darin ein Entfernen von christlichen Symbolen erkennen könnte. Das sei niemals Absicht gewesen. «Wir wollten den Asylsuchenden nur gute Bedingungen schaffen.»

sda

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.