KANTONSRAT: Zug tritt dem Anti-Hooligan-Konkordat bei

Der Kanton Zug wird Mitglied des Konkordats über «Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen». Der Kantonsrat hat am Donnerstag den Beitritt zum «Hooligan»-Konkordat oppositionslos gutgeheissen.

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Ein Mann betrachtet eine Seite der Schweizer Hooligan-Datenbank «Hoogan». (Bild Keystone)

Ein Mann betrachtet eine Seite der Schweizer Hooligan-Datenbank «Hoogan». (Bild Keystone)

Das Konkordat ist nowendig, um die bis 2009 befristeten Massnahmen weiterführen zu können. Diese umfassen die Registrierung gewalttätiger Hooligans in einem nationalen Informationssystem, das Rayonverbot, die Ausreisebeschränkung sowie den maximal 24-stündigen Polizeigewahrsam.

SVP verurteilt «liebliche Politik»
Kontrovers waren die Meinungen zu fünf Vorstössen zum Thema Gewalt im Kanton Zug. Für die SVP-Fraktion, die gleich zwei Vorstösse eingereicht hatte, müsste die Regierung die Gangart gegenüber Straffälligen verschärfen. Regierung und Justizbehörden verfolgten «eine liebliche Politik», sagte ein SVP-Sprecher.

Sicherheitsdirektor Beat Villiger (CVP) wies die Vorwürfe zurück. Die Praxis der Zuger Behörden sei im Vergleich mit anderen Kantonen keinesfalls lascher. Die Vorstösse der SVP-Fraktion zeigten «einmal mehr, dass dieser Partei alles recht sei, um Stimmungsmache zu betreiben», sagte ein SP-Sprecher.

Projekt der Regierung wird begrüsst
Von allen Fraktionen begrüsst wurde das Projekt «Gemeinsam gegen Gewalt». Die Regierung will damit die «Problematik an der Wurzel packen und die Ursachen bekämpfen».

Im Zentrum steht die Prävention. Geprüft werden soll ausserdem die Effizienz des Jugendstrafvollzugs. Weiter wird abgeklärt, wie hoch die Rückfallquote bei verurteilten Jugendlichen ist. Das Projekt verursacht in den nächsten drei Jahren Gesamtkosten von 434'000 Franken.

sda