KANTONSSPITAL: Hochfliegende Pläne für das alte Spitalareal

Auf dem Areal des alten Kantonsspitals in Zug sollen ein 5-Stern-Hotel, Altersresidenzen und Wohnungen entstehen. Zwei Investoren wollen dem Kanton für das Land 38 Millionen Franken bezahlen. Bis die Bagger auffahren, dürften noch Jahre vergehen.

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Auf dem Areal des alten Kantonsspitals sollen dereinst ein Hotel, Altersresidenzen und Wohnungen entstehen. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Auf dem Areal des alten Kantonsspitals sollen dereinst ein Hotel, Altersresidenzen und Wohnungen entstehen. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Am 30. August wird das neue Kantonsspital in Baar seinen Betrieb aufnehmen - leer stehen wird das alte Gebäude in Zug deswegen aber nicht. Bis Ende Oktober wird aufgeräumt und das Bettenprovisorium abgebrochen.

Gekauft hat das Provisorium laut Baudirektor Heinz Tännler (SVP) der Kanton St. Gallen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Kein Geheimnis ist dagegen, was Olle Larsson und Alfred Müller auf dem Spitalgrundstück am Ufer des Zugersees vorhaben: Die beiden Unternehmer wollen ein 5-Stern-Hotel, Altersresidenzen im Hochpreissegment sowie Wohnungen in zwei Hochhäusern realisieren. Gesamthaft wollen sie 125 bis 150 Millionen Franken in ihr Projekt mit Namen Belvedere stecken. Zudem wollen sie 100 bis 150 neue Arbeitsplätze schaffen.

Anzahlung von 4 Millionen Franken geleistet
Mit dem Kanton Zug als Besitzer des Areals haben die beiden Multimillionäre einen Kaufpreis von 38 Millionen Franken vereinbart. Vier Millionen haben sie laut Heinz Tännler als Anzahlung bereits überwiesen.

Bis sie die restlichen 34 Millionen Franken zahlen müssen, könnten jedoch noch mehrere Jahre vergehen. Vorerst entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt Zug am 28. September über den Bebauungsplan, weil dagegen das Referendum ergriffen worden ist.

Erwartet wird ein knappes Abstimmungsergebnis. Wird das Referendum gutgeheissen, der Bebauungsplan also abgelehnt, stehen Kanton und Stadt vor einem Scherbenhaufen. Bei einem Ja zum Bebauungsplan drohen Einsprachen, deren Erledigung laut Heinz Tännler «schnell einmal zwei bis drei Jahre in Anspruch nimmt».

Unabhängig vom Abstimmungsergebnis werden die Gebäude vorerst vermietet. Interesse bekundet hat vor allem die Stadt Zug, die Räume sucht für Verwaltungsangestellte, Pflegedürftige, Asylbewerber und Jugendliche.

sda