Kantonsspital wird zum Zuger Corona-Spital

Die Andreas Klinik in Cham wird im Ernstfall dringliche Eingriffe bei Kantonsspital-Patienten übernehmen.

Zoe Gwerder
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Pressekonferenz im Zuger Regierungsgebäude: Kantonsarzt Rudolf Hauri, Gesundheitsdirektor Martin Pfister, Matthias Winistörfer, Direktor Kantonsspital Zug und Jonas Zollinger, Direktor Andreas Klinik.

Pressekonferenz im Zuger Regierungsgebäude: Kantonsarzt Rudolf Hauri, Gesundheitsdirektor Martin Pfister, Matthias Winistörfer, Direktor Kantonsspital Zug und Jonas Zollinger, Direktor Andreas Klinik.

Stefan Kaiser (16. März 2020)

Bis anhin – Stand Montagnachmittag – gibt es noch keine Hospitalisierungen aufgrund des Corona-Virus. Sollte sich dies jedoch ändern, wird sich das Zuger Kantonsspital in Baar den Fällen annehmen. Dies haben nun die beiden Zuger Spitäler – die Andreas Klinik und das Zuger Kantonsspital bekanntgegeben. Sie breiten sich seit rund zwei Wochen gemeinsam und intensiv auf den Umgang mit der Pandemie Covid-19 vor. Gestern haben sie gemeinsam mit dem Kanton die wichtigsten Eckdaten veröffentlicht. «Wir haben diese Pressekonferenz einberufen, weil in der Bevölkerung ein Interesse besteht, zu wissen, wie es wäre, wenn bei uns die Patientenlage plötzlich wie jene in Italien ist», erklärt der Zuger Gesundheitsminister Martin Pfister.

«Unser Ziel ist es, ausreichend Kapazitäten zu haben, wenn viele Covid-19 Patienten Behandlung benötigen.» Denn gleichzeitig müsse auch die Behandlung der anderen Patienten sichergestellt werden. «Die räumliche Abtrennung der Covid-19-Patienten ist im Kantonsspital möglich und einfach umzusetzen», erklärt Kantonsspital-Direktor Matthias Winistörfer. Ein solcher Fall sei damals beim Neubau des Spitals eingeplant worden. «Wir können also auf vorhandene Konzepte zurückgreifen.»

Einzelne Dienste bleiben auch im Ernstfall in Baar

Sollten die Covid-19-Patientenzahlen im Kantonsspital, wie wohl zu erwarten ist, stark ansteigen, werden nicht dringliche Eingriffe verschoben. Dringliche hingegen übernimmt in diesem Falle die Andreas Klinik. Gemäss Winistörfer gebe es trotzdem Behandlungen, die in Baar zu jeder Zeit weiter angeboten werden. «Beispielsweise gibt es im Kanton Zug nur bei uns die Möglichkeit der Dialyse.» Auch der Notfall werde bestehen bleiben und die Geburtenabteilung erst bei einer hohen Eskalationsstufe nach Cham verlegt.

Andreas-Klinik-Direktor Jonas Zollinger appelliert an die Bevölkerung, die Arbeit des Spitals nicht zu erschweren. «Wir werden aktiv auf die Patienten zugehen, sollten Eingriffe oder Behandlungen verschoben werden.» Er bittet die Bevölkerung, diesbezüglich keine Nachfragen per E-Mail oder Telefonanruf vorzunehmen. «Dies kann bei uns zu einer Überlastung führen.» Mit dem Regime könnten im Kanton Zug in etwa 100 Plätze für Covid-19-Patienten geschaffen werden. Das Kantonsspital habe derzeit acht Intensivplätze, bei welchen insgesamt drei Personen beatmet werden können, so Winistörfer. Mit Hilfe von zusätzlichem Material sowie Fachpersonen der Andreas Klinik können gemäss Winistörfer insgesamt 16 Intensivplätze mit Beatmung eingerichtet werden.

Kantonsarzt Rudolf Hauri ruft die Bevölkerung auf, alles zu machen, um Kontakte zu anderen Personen zu meiden. «Mit jedem Kontakt weniger wird unser Kanton weniger betroffen sein.» Da jedoch nie alle Kontakte verhindert werden können, sei es um so wichtiger, die Hygienemassnahmen zu befolgen. Stand Montagnachmittag gab es im Kanton Zug 24 bestätigte Covid-19-Fälle. Die Dunkelziffer ist gemäss Kantonsarzt Hauri kaum abschätzbar.

Besuchsstopp in Alters- und Pflegeheimen

Seit heute gilt für alle Alters- und Pflegeheime des Kanton Zug ein Besuchsverbot. Dies hat der Kanton beschlossen. Die Leitung der jeweiligen Institution könne jedoch für Einzelfälle Ausnahmen vom Besuchsverbot bewilligen. (zg)