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KANTONSSPITAL: Zuger Gesundheitsdirektor fordert Denkpause

Ab welcher Woche Neugeborene am Zuger Kantonsspital behandelt werden dürfen, erregt die Gemüter. Regierungsrat Martin Pfister erklärt die Situation und hat klare Erwartungen.
Charly Keiser
Martin Pfister wurde in den Vorstand der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren (GDK) gewählt. (Archivbild: Stefan Kaiser)

Martin Pfister wurde in den Vorstand der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren (GDK) gewählt. (Archivbild: Stefan Kaiser)

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Das Zuger Kantonsspital ist mit den externen Kinderärzten im Clinch, die bisher Neugeborene betreut haben. Die entsprechenden Verträge sind nicht erneuert worden.

Der Streit zwischen den Kinderärzten und dem Spital entzündet sich auch an der Frage, ob das Kantonsspital eine Neonatologie betreiben darf, wo Neugeborene ab der 35. Schwangerschaftswoche mit Komplikationen betreut werden könnten.

Worum handelt es sich eigentlich?

Was darf das Kantonsspital überhaupt alles anbieten? Und worum handelt es sich bei der Neonatologie? «Neonatologie ist ein weiter Begriff», antwortet Gesundheitsdirektor Martin Pfister. Er bedeute schlicht und einfach die Lehre der Neugeborenen. Häufig werde das Wort aber im Zusammenhang mit Frühgeborenen verwendet. Eine Geburt vor Voll­endung der 37. Schwangerschaftswoche werde als Frühgeburt bezeichnet. «Längst nicht alle Frühgeborenen brauchen eine spezialisierte Behandlung», betont Pfister. «So erwarten wir im Kanton Zug sowohl von der Andreas-Klinik als auch vom Zuger Kantonsspital im Rahmen der Grundversorgung, dass sie Babys ab 35 Wochen betreuen können.» In Zürich liege die Grenze für die Grundversorgung noch tiefer, nämlich bei 34 Wochen, ergänzt Pfister. Die Behandlung solcher Babys sei im Kanton Zug zwar auch zulässig, aber nicht Pflicht. «Theoretisch dürfte das Zuger Kantonsspital sogar Babys mit 32 oder 33 Wochen versorgen», fügt der Gesundheitsdirektor an. Bei einem entsprechenden Ausbau der Tätigkeit müssten aber die nötigen personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen erfüllt sein. Solche Pläne seien ihm nicht bekannt, sagt Pfister: «Sicher ist: Die Gesundheitsdirektion würde bei einem konkreten Projekt sehr genau hinschauen.»

Streit um Grenze

Nach seinem Wissen gehe es bei der aktuellen Diskussion neben der Entschädigung vor allem um die Frage, ob die Grenze bei 34 oder 35 Wochen gezogen werden solle. Rechtlich sei beides möglich, aber es sei sehr zu begrüssen, wenn die Kinderärzte und das Kantonsspital hier eine Einigung fänden.

Die über die Medien ausgetragene Auseinandersetzung zwischen dem Zuger Kantonsspital und den Kinderärzten sei kontraproduktiv, betont Gesundheits­direktor Martin Pfister: «Ich habe deshalb eine klare Erwartung an alle Beteiligten: Stellen Sie Ihre Forderungen im Interesse der Zuger Bevölkerung für eine Denkpause zurück, sagen wir für ein halbes Jahr. Bis dann sollte die bisherige Regelung zur Behandlung und Entschädigung weitergelten. Diese Zeit kann man nutzen, um die offenen Fragen in Ruhe anzuschauen. Ein öffentlicher Streit hilft hier nicht weiter.»

Aktiv geworden sind mittlerweile auch zwei Kantonsräte. Die beiden Chamer CVP-Vertreter Jean-Luc Mösch und Silvan Renggli haben nämlich aufgrund der Berichterstattungen in unserer Zeitung eine Kleine Anfrage an den Regierungsrat gerichtet. Sie zitieren darin den Kantonsratsbeschluss von 2003 und das entsprechende Leistungsprogramm. Darin stehe: Gynäkologie und Geburtshilfe (ohne Neonatologie). Die beiden Kantonsräte fragen, «ob hier absichtlich und bewusst der Zusatz ‹ohne Neonatologie› ausgehebelt und somit ein Beschluss des Kantonsrates ignoriert wird». Die Regierung werde während der Sommerferien antworten, sagt Martin Pfister.

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