Zuger Kanufahrer streben permanentes Polofeld an

Gut zehn Jahre lang musste der Kanu-Club Zug auf eine Kompromisslösung zurückgreifen, wenn Kanupolo gespielt wurde. Nun soll im Uferbereich ein permanentes Spielfeld mit fest verankerten Toren her.

Andreas Faessler
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Das sogenannte Kanupolo gilt hierzulande noch als Randsportart, zumal es landesweit lediglich vier etablierte Kanupolo-Clubs gibt. Bei diesem Mannschaftssport, der einen ansehnlichen Kraftaufwand und Kondition erfordert, bewegen sich die Spieler in kleinen Einerkajaks. Ziel ist es, mit der Hand oder dem Paddel den Ball ins Tor der Gegner zu schiessen.

Als Freizeitsport ist das Polo jedoch bei allen Kanuten beliebt und wird auch innerhalb der regionalen Clubs regelmässig gespielt, so auch beim Kanu-Club Zug. «Vor allem im Spätsommer und Herbst, wenn die Flüsse tendenziell Niedrigwasser führen und wir unseren Sport hauptsächlich im See ausüben, steht Kanupolo bei uns hoch im Kurs», sagt Club-Präsident Patrick Steinle. Bereits seit Jahren spielen die Zuger Kanuten ihr Polo. Bis vor zehn Jahren verfügten sie im Uferbereich der Bucht vor ihrem Clubhaus bei der Chollermüli über ein improvisiertes Kanupolo-Feld mit zwei Toren. Aufgrund der fehlenden Konzession musste das Feld entfernt werden. In der Folge behalf sich der Club mit beweglichen, schwimmenden Toren, die in der dortigen Flachwasserzone je nach Bedarf auf- und abgebaut werden konnten.

Aber so richtig befriedigend war diese Kompromisslösung nie. «Wir spielen häufig Polo, und vor allem im Sommer, wenn die Ferienpass-Kinder bei uns sind, wird es zu einem erheblichen Aufwand, die Einrichtung ständig auf- und wieder abzubauen», so Patrick Steinle.

Zwei fixe Tore, aber keine Feldbegrenzung

Nun plant der Kanu Club Zug, wieder ein permanentes Polo-Spielfeld anzulegen, dies ausserhalb der Schutzzone weiter östlich beim sogenannten «Galgen» etwa auf halber Strecke zwischen Clubhaus und Strandbad Brüggli – da, wo der Club bereits seine Slalomanlage aufgebaut hat. Die Anlage eines 35 mal 23 Meter grossen Kanupolo-Spielfeldes ist mit verhältnismässig wenig Aufwand verbunden: Im rund sieben Meter tiefen Wasser knapp 40 Meter vom Ufer entfernt werden zwei Pfähle verankert, an denen die Tore befestigt werden. Diese hängen grundsätzlich zwei Meter über dem Wasserspiegel, würden sich aber dank einer Schiene für die Kinder in der Höhe verstellen lassen. «Auf die Feldbegrenzung verzichten wir – wenn auch etwas schweren Herzens», sagt Patrick Steinle. Diese würde allenfalls dann unverzichtbar, wenn der Sport wettkampfmässig ausgeübt werden sollte.