Karl Betschart kauft sich mit viel Geld frei

Der Politiker aus Baar erklärt sich in einem aussergerichtlichen Vergleich bereit, Hunderttausende Franken zu bezahlen. Die Untersuchung wegen Veruntreuung wird eingestellt.

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Karl Betschart hat einem Vergleich zugestimmt. (Bild: Archiv Dominik Hodel / Neue ZZ)

Karl Betschart hat einem Vergleich zugestimmt. (Bild: Archiv Dominik Hodel / Neue ZZ)

Gemeinderat Karl Betschart bezahlt eine «substanzielle Entschädigung» an Nico Leeuwis. Dieser hat ihn unter anderem wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung eingeklagt. Seine Forderungen betrugen annähernd eine Million Franken. Es ist davon auszugehen, dass Betschart mindestens die Hälfte davon begleicht, nachdem eine aussergerichtliche Einigung zwischen den Parteien erreicht wurde.
Bestandteil der Einigung ist offenbar auch, bei der Staatsanwaltschaft eine Einstellung des laufenden Strafverfahrens zu beantragen. Beim Zuger Strafgericht war am Montag dazu keine Auskunft zu erhalten. Unsere Zeitung weiss aber, dass dem Antrag stattgegeben wurde. Dies irritiert.  Denn damit entscheidet sich die Zuger Staatsanwaltschaft anders als jene von Zürich. Dort wurde im ähnlich gelagerten Fall von Nationalrat Bruno Zuppiger das Verfahren trotz aussergerichtlicher Einigung nicht eingestellt.

«Gewisses Schuldeingeständnis»

Selbst Betscharts ehemaliger Parteikollege Thomas Aeschi (SVP) meldet zu  diesem Vorgehen Vorbehalte an: Betschart sei wie Zuppiger eine Person des öffentlichen Interesses. Ausserdem komme der Vergleich einem «gewissen Schuldeingeständnis» gleich.

Anders tönt es aus dem Baarer Ratshaus: «Die neuste Entwicklung bestätigt das bisherige Verhalten des Gemeinderats», sagt Gemeindepräsident Andreas Hotz.

Silvan Meier und Freddy Trütsch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen ZZ und im E-Paper.