Kolumne

Kehrseite der Popularität

Rahel Hug, stellvertretende Chefredaktorin der «Zuger Zeitung» zu den Vor- und Nachteilen des Crowdfunding.

Rahel Hug
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Der Akkordeon-Club Ägerital und das Museum Burg Zug: Zwei unterschiedliche Player haben das gleiche Ziel. Nämlich Geld zu sammeln mittels Crowd­funding. Während der Musikverein im Mai den ersten Zentralschweizer Akkordeontag ausrichten wird, braucht das Stadtzuger Museum Geld für seine Sonderausstellung zum Kalten Krieg, die im Juni startet. Konkret wird die Bevölkerung um einen finanziellen Zustupf gebeten, um eine Installation mit einer Bloodhound-Lenkwaffe im Burghof zu realisieren.

Die beiden Projekte sind nur die jüngsten Beispiele aus Zug – es gibt unzählige Vereine und auch Privatpersonen, die sich schon an Crowdfunding versucht haben. Erfolgreiche wie erfolglose. Wobei mir von letzteren auf die Schnelle mehr einfallen. Die Idee eines Unverpackt-Ladens im Ägerital oder eine Aktion, die Menschen mit einer Behinderung hilft, selbstbestimmt ihre Projekte umzusetzen – beide sind gescheitert. Sein Ziel erreicht hingegen hat ein Maturand aus Allenwinden, der eine Pumptrack-Anlage realisierte.

Crowdfunding ist in aller Munde. Über Social Media kann eine Idee schnell verbreitet werden und Unterstützer finden. Gerade in Zug stellt die Suche nach Geldgebern dieses Jahr eine Herausforderung dar. Dies, weil mit dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest im August ein Grossanlass bereits viele Sponsoren «für sich beansprucht». Dass auch eine Institution wie das Museum Burg Zug nun auf die «Schwarmfinanzierung» setzt, ist durchaus einen Versuch wert. Doch die zunehmende Popularität des Crowdfunding hat auch eine Kehrseite. Viele potenzielle Geldgeber verlieren im Dschungel aller Geschäftsideen, Projekte und Produkte den Überblick – und lassen es dann vielleicht doch lieber bleiben mit dem Spenden.