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Eine Alibiübung für den Klimaschutz?

Die Migros verzichtet auf den Feuerwerks-Verkauf. Es gäbe sinnvollere Massnahmen, findet eine Klimaschützerin.
Cornelia Bisch

Auf dem Areal Metalli gibt es zwar einen Verkaufsstand für Feuerwerk. Dieser wird aber nicht wie in anderen Jahren von der Migros betrieben, sondern von der Firma Weco Suisse AG. «Letztes Jahr konnten wir nicht an diesem Standort verkaufen, weil die Migros den Platz für den eigenen Feuerwerksverkauf beanspruchte», erzählt die diplomierte Feuerwerksverkäuferin Susanne Künzler.

Tatsächlich hat die Genossenschaft Migros Luzern beschlossen, dieses Jahr gar keine Feuerwerke zu verkaufen. «Mit dem Verkaufsverzicht möchten wir einen Teil zur Entlastung von Mensch, Tier und Umwelt beitragen», betont Lisa Savenberg, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Luzern. Ausserdem bestehe beim Verkauf von Feuerwerk immer auch ein gewisses Risiko, weil Feuerwerksverbote meist erst kurz vor dem Nationalfeiertag erlassen würden. «Im letzten Jahr hatten wir einen solchen Fall. Der Verkauf war bereits angelaufen, wurde aber wegen eines absoluten Feuerverbots kurzfristig eingestellt.» Infolgedessen habe die Migros die bereits verkauften Feuerwerkskörper zurückgenommen. Auf den Verkaufsverzicht habe es bisher nur wenige, jedoch fast ausschliesslich positive Rückmeldungen gegeben. «In einigen Filialen meldeten sich Kundinnen und Kunden, die den Entscheid aufgrund der Umwelt- und Lärmbelastung durch Feuerwerk begrüssen», berichtet Savenberg. Alternativ biete die Migros Luzern für den Nationalfeiertag ein breites Sortiment an Party- und Dekorationsartikeln an.

Volle Wahlfreiheit bei Coop

Bei Coop hingegen wird das Geschäft mit den Feuerwerkskörpern nach wie vor im üblichen Rahmen betrieben. «Wir möchten den Kunden volle Wahlfreiheit bieten», betont Coop-Mediensprecher Patrick Häfliger.

«Der Verkaufsverzicht der Migros ist an sich ja schön und gut», stellt die Zuger Klimaschützerin Ronahi Yener fest. «Wir finden es aber etwas befremdlich, dass die Migros als Grund den Klimaschutz nennt.» Es handle sich hierbei eher um eine Alibiübung. «Wir setzen bei unseren Forderungen weit höher an», betont Yener. «Es gäbe für den Grossverteiler viel sinnvollere Möglichkeiten, sich für den Klimaschutz zu engagieren.» Beim Warenimport etwa oder bei der Förderung von Bioprodukten, schlägt sie vor. Yener glaubt denn auch, dass die Unsicherheit wegen drohender Feuerwerksverbote viel ausschlaggebender für den Verkaufsverzicht gewesen sei als der Umweltschutz. «Die Migros schaut in erster Linie auf die Rentabilität. Die Umwelt hat für die Genossenschaft keine hohe Priorität.» Das vermutet auch die Betreiberin des Feuerwerks-Verkaufsstands auf dem Metalli-Areal Susanne Künzler. Die 56-Jährige betreibt dieses Geschäft bereits seit 35 Jahren und weiss, wovon sie spricht. «Der Aufbau und das Einrichten des Verkaufsstands sind streng. Feuerwerk hat eine Menge Gewicht.» Dazu die Unsicherheit wegen des Wetters. «Die meisten Leute kaufen Feuerwerk erst auf den letzten Drücker. Oft wundern sie sich dann, wenn das Gewünschte bereits ausverkauft ist.» Frauen, so die Fachfrau, würden Vulkane bevorzugen, während Kinder und Jugendliche liebten, was immer ordentlich knalle. «Die Männer kaufen gerne Raketen und immer mehr auch Feuerwerksbatterien.» Mit einer starken Zunahme des Umsatzes aufgrund des Verkaufsverzichts der Migros rechnet Künzler indes nicht.

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