Kein Verbot von Sexualunterricht im Kanton Zug

Im Kanton Zug gibts kein Verbot von Sexualunterricht an der Schule. Ein Vorstoss von zwei SVP-Kantonsräten fand bei Regierung und Parlament kein Gehör.

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Bücher aus der «Sex-Box», die im Kanton Basel-Stadt für den Aufklärungsunterricht verwendet werden. (Bild: Keystone)

Bücher aus der «Sex-Box», die im Kanton Basel-Stadt für den Aufklärungsunterricht verwendet werden. (Bild: Keystone)

Philip C. Brunner und Manuel Brandenberg hatten verlangt, dass vor der 5. Primarklasse in der öffentlichen Schule kein Sexualunterricht stattfinden darf. Ausserdem sollten Eltern ihre Kinder vom Unterricht dispensieren dürfen. In der Motion wurde der Regierungsrat aufgefordert, das Schulgesetz entsprechend zu ändern.

Zu früher staatlicher Sexualunterricht verletze das Recht auf geistige Unversehrtheit, argumentieren die beiden Motionäre. Sexuelle Aufklärung sei zudem Sache der Eltern.

Das sahen die Zuger Parlamentarier anders: Es sei wichtig, dass Sexualität in der Schule thematisiert wird. Das habe auch eine präventive Wirkung gegen sexuelle Übergriffe, meinte Barbara Gysel (SP) in der Kantonsratssitzung vom Donnerstag. Die Mehrheit der Übergriffe fänden im nahen Umfeld der Kinder statt.

Auch der Regierungsrat sprach sich gegen das Verbot von Sexualkunde aus. Der Bezug zur Sexualität dürfe nicht dem Zufall, den Medien, dem Internet oder den Schulkameraden überlassen werden.

Kein Fach Sexualkunde im Lehrplan 21 vorgesehen

Die beiden Motionäre haben den Vorstoss im Hinblick auf den Lehrplan 21 eingereicht, der zurzeit erarbeitet wird. Sie befürchten, dass darin eine staatliche Sexualaufklärung auf der Grundstufe vorgesehen ist. Die SVP-Kantonsräte stossen sich auch an den Sex-Koffern und Sex-Boxen, die in Basel-Stadt in Schulen und Kindergärten im Einsatz sind und Modelle weiblicher und männlicher Geschlechtsteile enthalten.

An den Zuger Schulen gebe es keinen systematischen Sexualunterricht in Kindergarten und Primarschule, schreibt der Regierungsrat in seiner Motionsantwort. Das Thema Sexualität werde im Fach Mensch und Umwelt behandelt. Sexboxen kämen nicht zum Einsatz. Auch im Lehrplan 21 sei kein Fach Sexualkunde vorgesehen, sagte Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP) am Donnerstag.

sda