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Gerichtsentscheid: Keine IV-Rente für einen verunfallten Zuger

Die Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug, das einem Verunfallten keine IV-Rente zugestand, ist vom Bundesgericht abgelehnt worden. Der Beinamputierte kann seinen angestammten Beruf zu 75 Prozent weiter ausüben.
Das Bundesgericht hat letztinstanzlich entschieden. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Das Bundesgericht hat letztinstanzlich entschieden. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Infolge eines Motorradunfalls im Juni 2013 verlor der Beschwerdeführer sein linkes Bein, das ihm oberhalb des Kniegelenkes amputiert werden musste. Das Unternehmen des selbstständigen Personalvermittlers erlitt in den folgenden Jahren wegen der langen Rekonvaleszenz erhebliche Verluste. Er ist der Ansicht, die Invalidenversicherungsstelle des Kantons Zug (IV-Stelle) sei dazu verpflichtet, für diese Verluste einzustehen, da es sich um Auswirkungen des erlittenen Gesundheitsschadens handle. Ferner verlangte er den Zuspruch einer Rente bei einem Invaliditätsgrad von 60 Prozent, rückwirkend auf den April 2014.

Die IV-Stelle wies seinen Antrag ab. Seine folgende Beschwerde gegen diesen Entscheid wurde vom Zuger Verwaltungsgericht abgewiesen. Dieses Urteil bestätigte nun das Bundesgericht. Die IV-Stelle Zug hatte in diesem Fall berufliche und medizinische Abklärungen getroffen und dem Verunfallten Kostenbeiträge an Hilfsmittel gewährt.

Wie hoch ist die Einschränkung?

Ein durch die Versicherung in Auftrag gegebenes Gutachten attestiert dem Beschwerdeführer für die Zeit ab Januar 2014 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 25 Prozent in der angestammten Tätigkeit als selbstständiger Personalberater und Geschäftsführer. Keinerlei Einschränkung attestiert das Gutachten dem Betroffenen bezüglich der Ausübung seiner nebenberuflichen Tätigkeiten als Dozent und Verwaltungsrat.

Der Verunfallte liess daraufhin ein eigenes Gutachten erstellen, das ihm eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 Prozent attestiert. Nach weiteren Abklärungen lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch mit der Begründung ab, in Anwendung des Prozentvergleichs könne ausgeschlossen werden, dass ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent vorliege.

Das Bundesgericht bestätigt in seinem Urteil die Erkenntnis der Vorinstanz, dass sich das erzielbare Invalideneinkommen weder anhand der Geschäftsabschlüsse noch der statistischen Daten der Lohnstrukturerhebung zuverlässig ermitteln lasse, weshalb ein Prozentvergleich vorgenommen worden sei. Das bedeutet, dass der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit entspricht.

Der Beschwerdeführer warf der Vorinstanz jedoch vor, sie habe den Sachverhalt in verschiedener Hinsicht unvollständig festgestellt und «nachgerade willkürlich» Annahmen getroffen. Dies, weil sie etwa die Einnahmen aus seinen Nebenerwerbstätigkeiten nicht beziffert habe. Im Ergebnis habe das Gericht ihm damit ein hypothetisches Invalideneinkommen angerechnet. Er bestand seinerseits darauf, bei der Berechnung statistische Erfahrungswerte heranzuziehen.

Die in den ersten Jahren nach Wiederaufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit effektiv erzielten Einkünfte seien für die Höhe der erreichbaren Einkünfte wenig repräsentativ, da sich das Unternehmen des Verunfallten in einer Periode des Wiederaufbaus befunden habe, heisst es im Bundesgerichtsurteil. «Das vom Beschwerdeführer zumutbarerweise in der angestammten selbstständigen Tätigkeit als Personalvermittler noch erzielbare Invalideneinkommen lässt sich nicht hinreichend genau bestimmen.» Da der Versicherte diese Tätigkeit weiterhin ausübe und darin noch eine Arbeitsfähigkeit von 75 Prozent aufweise, rechtfertige sich ein Prozentvergleich.

Kein Ausgleich der Verluste

Das Bundesgerichtsurteil stellt ebenfalls klar, dass die Invalidenversicherung nicht für den Ausgleich der Verluste verantwortlich sei, die der Beschwerdeführer in den Jahren nach seinem Unfall erlitten habe. Die Versicherung habe ausschliesslich für die erwerblichen Folgen der Arbeitsunfähigkeit einzustehen, die nach Ablauf des «Wartejahres» seit Eintritt des Gesundheitsschadens noch bestehe, heisst es im Urteil des Bundesgerichts. Da die Erwerbseinbussen jedoch – wie es auch der Kläger bestätigt – auf seine Arbeitsunfähigkeit direkt nach dem Unfall zurückzuführen sei, werde hier ein Risiko verwirklicht, das nicht von der IV abzudecken sei.

Damit wurde die Beschwerde des Verunfallten als unbegründet abgewiesen und der angefochtene Entscheid im Ergebnis bestätigt. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Kosten des Verfahrens zu tragen. (red)

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