KESB: Auch in Zug hochstrittige Fälle

Das Familiendrama in Winterthur, bei dem zwei Kinder getötet wurden, bewegt die Öffentlichkeit. Wie sieht man diesen Fall in Zug? Amtsleiterin Gabriella Zlauwinen gibt Antworten.

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«Eltern fühlen sich heutzutage schneller überfordert»: Gabriella Zlauwinen, Amtsleiterin der Zuger Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. (Bild Stefan Kaiser)

«Eltern fühlen sich heutzutage schneller überfordert»: Gabriella Zlauwinen, Amtsleiterin der Zuger Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. (Bild Stefan Kaiser)

wh.«Ich bin zutiefst erschüttert und frage mich, wie ohnmächtig sich diese Mutter wohl gefühlt haben muss, dass sie so eine Tat begeht. Was letztlich der Anlass dieser Verzweiflungstat gewesen ist, kann bisher niemand genau sagen», meint Gabriella Zlauwinen, Präsidentin der Kesb in Zug zu dem tragischen Familiendrama in Flaach. Es gebe auch in Zug sehr schwierige Fälle im Bereich des Kinderschutzes. «Solche Fälle sind stets hochemotional und diffizil», so Zlauwinen. Das Entscheidende sei, dass die Kinder nicht leiden. In der Mehrzahl finde man Lösungen, mit denen die Beteiligten einverstanden seien. Im Kanton Zug sind seit der Einführung der Kesb vor zwei Jahren bis Ende letzten Jahres 432 Kinderschutzmassnahmen registriert worden – dabei wurden 47 Kinder in Heimen platziert und den betroffenen Eltern die Obhut entzogen. Zlauwinen: «Eltern fühlen sich heutzutage schneller überfordert mit der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder.»