KESB: Neue Behörde stellt auch Zug vor Probleme

Die Etablierung der neuen Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) fordert auch die Verantwortlichen in Zug heraus. Nach einer Analyse der Probleme präsentiert der Regierungsrat Lösungsvorschläge.

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Manuela Weichelt-Picard vertrat den Zuger Regierungsrat in den Gesprächen über die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Manuela Weichelt-Picard vertrat den Zuger Regierungsrat in den Gesprächen über die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wie nahezu überall in der Schweiz gestalte sich der Start für die KESB im Kanton Zug schwierig, stellt der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Montag fest. Gegenüber der Behörde sowie der Direktion des Innern, welche die Aufsicht innehat, sei zunehmend Kritik laut geworden.

Aufgrund der hohen gesetzlichen Anforderungen hatte beispielsweise Pro Senectute im Sommer bekannt gegeben, künftig auf die Führung von Beistandschaften für Menschen im AHV-Alter zu verzichten.

Der Regierungsrat beschloss daher, im direkten Gespräch mit den involvierten Fachstellen die entstandenen Fragestellungen, Herausforderungen und Probleme zu analysieren und Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation aufzuzeigen. Der Bericht liegt nun vor.

Daran beteiligten sich Pro Senectute, der Verein Kinder- und Jugendberatung Zug, die Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind sowie der kantonale Advokatenverein. Anwesend waren jeweils auch Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard und eine Vertretung der KESB.

Kommunikation ist die grosse Herausforderung

Die Gespräche seien «sehr konstruktiv» gewesen, teilte die Volkswirtschaftsdirektion am Montag mit. Positive und negative Punkte seien offen diskutiert worden. Die Ergebnisse dieser Gespräche flossen schliesslich in den Bericht der Volkswirtschaftsdirektion.

Zusammenfassend soll in erster Linie die Information und Kommunikation auf verschiedenen Ebenen verbessert werden: Gegenüber den Betroffenen in Bezug auf Fristen und Verfahrensdauer. Intern müsse die Abstimmung mit anderen Behörden und die Kommunikation an den Schnittstellen, etwa mit dem Kantonsgericht, optimiert werden. Merkblätter auf der Homepage sollen öffentlich besser über die KESB informieren. Schliesslich verlangt der Bericht auch, dass die Abläufe und Prozesse insgesamt besser beschrieben und dokumentiert werden.

Abläufe verbessern

Aus den Gesprächen hätten sich insgesamt 23 Lösungsansätze ergeben, «die nun umzusetzen oder zumindest zu prüfen sind», wie die Volkswirtschaftsdirektion schreibt. Ziel dabei sei es, ein gemeinsames Verständnis der Rollen- und Aufgabenerfüllung aller im Kindes- und Erwachsenenschutz Beteiligten zu finden. Damit sollen die anstehenden Herausforderungen besser gemeistert werden.

Die neue Gesetzgebung beurteilten die Gesprächsteilnehmer indes als positiv. Als gut bezeichneten sie ferner das Fachwissen der KESB-Mitarbeitenden und die Qualität ihrer Entscheide – und dies, obwohl die personellen und finanziellen Ressourcen sehr knapp seien, heisst es in der Mitteilung.

Im Frühling 2015 will die Direktion des Innern den Regierungsrat über den Zwischenstand über die Bearbeitung der Lösungsansätze informieren.

pd/uus/sda