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Kinder erobern den Hörsaal der PH Zug

In einer interaktiven Vorlesung über das Schweizerische Rote Kreuz kamen Schüler statt Studenten zu Wort.
Nadine Wyss
Brigit Eriksson-Hotz (links) und Nicole Portmann bei der Kindervorlesung an der PH Zug. (Bild: Nadine Wyss, 6. November 2019)

Brigit Eriksson-Hotz (links) und Nicole Portmann bei der Kindervorlesung an der PH Zug. (Bild: Nadine Wyss, 6. November 2019)

Im Hörsaal der Pädagogischen Hochschule Zug (PH Zug) sassen am vergangenen Mittwochnachmittag, 6. November, nicht die Studierenden, sondern 28 Kinder. In der interaktiven Vorlesung zum Thema «Das Schweizerische Rote Kreuz – Hilfe für die ganze Welt?» lernten sie, wie die Organisation entstanden ist und was Freiwilligenarbeit bedeutet.

Die Dritt- bis Sechstklässler erfuhren an der einstündigen Veranstaltung, dass es beim Roten Kreuz (SRK) noch einen Roten Halbmond sowie ein Viereck gibt. Sie konnten sehen, in welchen Regionen der Welt welches Symbol zum Einsatz kommt. Die Schüler nahmen aktiv am Unterricht teil und beantworteten die Fragen der Referentinnen Brigit Eriksson-Hotz, Präsidentin SRK Kantonalverband Zug und Nicole Portmann, Leiterin Jugendrotkreuz Zug sowie Studentin der PH Zug. «Wir sind jedes Mal dabei», erzählte Felix Bossart aus Zug. Er war mit Kollege Patrick Scherrer an der kostenlosen Kindervorlesung der PH Zug, welche seit 2005 solche Vorlesungen als Teil der sogenannten Kinderhochschule durchführt.

Einblick in die Geschichte des Roten Kreuzes

Ein Film zu Beginn der Veranstaltung zeigte den Kindern die Entstehung der Hilfsorganisation. Es ist die Geschichte vom Schweizer Henry Dunant, der im Juni 1859 in Norditalien Zeuge einer Schlacht der Österreicher und der Franzosen wurde. Er sah, dass die Sanitätsdienste schlecht organisiert und überlastet waren. Um den vielen Verletzten und Sterbenden zu helfen, erstellte er mit Hilfe der Einheimischen vor Ort ein Lazarett. Über das Erlebte schrieb er später in einem Buch. Dieses erschien 1862 unter dem Titel «Un souvenir de Solférino».

Henry Dunant schlug darin vor, dass alle Länder der Welt Hilfsorganisationen gründen sollten und sich die Staaten verpflichten sollten, diese Helfer zu schützen. Als Kennzeichen und zum Schutz wurde das Rote Kreuz auf weissem Grund festgelegt, die Umkehrung der Schweizer Flagge. Neben Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Freiwilligkeit zählen Neutralität, Unabhängigkeit, Einheit und Universalität zu den Grundsätzen, welche jene leiten, die für die Organisation tätig sind.

Das Rote Kreuz ist auch regional aktiv

Die Schüler konnten sich bei einer Gruppenarbeit mit diesen Begriffen auseinandersetzen. Das Rote Kreuz ist nicht nur weltweit in Krisenregionen tätig, sondern auch regional aktiv. Neben Besuch- und Begleitdiensten bestehen Entlastungsdienste für jene, die Bedürftige pflegen und zwischendurch eine Pause benötigen.

Nicole Portmann stellte zum Thema Freiwilligenarbeit den Kindern die Frage: «Wer hat in den letzten drei Monaten einer älteren Person geholfen?» Felix Bossart meldete sich: «Meine Oma lebt im Altersheim. Ich bin mit ihr in die Stadt gegangen.» Hilfsbereit im Alltag ist auch Yunus Bünül aus Baar. Er passt nicht nur auf Geschwister auf, sondern unterstützt auch seinen Freund im Fach Mathematik.

Weitere Kindervorlesungen geplant

Nicole Portmann hätte gerne noch weitere Fragen gestellt, jedoch verging die Zeit viel zu schnell. «Die Fragen zum Schluss haben mir besonders gut gefallen», erklärte Schülerin Leandra Zihlmann und packte ihre Sachen zusammen. Jonas Asche zeigte sich begeistert: «Ich komme garantiert wieder.» Die Möglichkeit dazu besteht am Mittwoch, 13. November, zum Thema Klimawandel, sowie am Mittwoch, 20. November, zum Thema Kinderohren auf Durchzug. «Im Gegensatz zu den Jahren davor sind die diesjährigen Themen vielfältig», erklärte Organisatorin Désirée Kaufmann-Seuret von der Pädagogischen Hochschule Zug. Während die Kinder die Vorlesung besuchen, wird den Eltern ein Erwachsenenprogramm geboten.

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