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KINDER: Krippen wollen flexiblere Regeln

Die Zuger Regierung will die Verordnung, welche die Kinderbetreuung in Krippen regelt, teilweise überarbeiten. Der grösste Zuger Krippenverein ist mit dem Vorschlag nicht zufrieden. So sei gutes Personal anzustellen sehr schwierig.
Zoe Gwerder
Die Verordnung über die Kinderbetreuung in Kinderkrippen soll teilweise überarbeitet werden. (Symbolbild ZZ)

Die Verordnung über die Kinderbetreuung in Kinderkrippen soll teilweise überarbeitet werden. (Symbolbild ZZ)

Wie viele Betreuerinnen benötigt eine Kinderkrippe? Und wie müssen diese ausgebildet sein? Antworten zu diesen und weiteren Fragen stehen in der Verordnung zur familienergänzenden Kinderbetreuung des Kantons Zug – diese soll nun angepasst werden. In der Praxis gebe es bei zwei Bestimmungen immer wieder Diskussionen und Sonderregelungen, schreibt die Direktion des Innern in ihren Erläuterungen zur Vernehmlassung. Die Bestimmungen betreffen die Beschränkung der Kleinkinder, das sind Kinder, die im Maximum 18 Monate alt sind, und die Zahl der Betreuerinnen zu Randzeiten.

So ist bis heute gesetzlich vorgeschrieben, dass in altersgemischten Gruppen von höchstens 12 Kindern nicht mehr als 2 Kleinkinder sein dürfen. Neu sollen diese bis zu vier Kleinkinder aufnehmen dürfen. Die Babys belegen jedoch, wie bisher, eineinhalb Plätze – also vier Kinder benötigen sechs Plätze –, und der Betreuungsschlüssel wird angepasst: von heute einer Betreuerin auf fünf Kinder zu neu einer Betreuerin auf vier Kinder. Damit will die Direktion des Innern sicherstellen, dass bei der Anwesenheit von drei oder vier Kleinkindern mindestens drei Betreuungspersonen anwesend sind. Eine Lockerung soll es bei der Mindestanzahl von Betreuerinnen geben. Bisher mussten auch zu Randzeiten immer zwei Betreuungspersonen anwesend sein. Künftig dürfte unter gewissen Bedingungen – wie einem Notfallkonzept – auch nur eine Mitarbeiterin präsent sein.

Verein verlangt Richtlinie des Verbands

Für den grössten Zuger Krippenverein Kinderbetreuung Zug (Kibiz) müssten die Änderungen anders aussehen. Präsidentin Karen Umbach plädiert dafür, die Richtlinien des nationalen Verbands Kinderbetreuung Schweiz, Kibesuisse, zu übernehmen. «Diese sind sowohl wissenschaftlich, aber auch in der heutigen Praxis breit abgestützt.» Dies sei nicht nur ein Anliegen von Kibiz, sondern auch von weiteren Kindertagesstätten im Kanton.

Besser geschultes Personal bei gleichen Kosten

Mit den Richtlinien von Kibesuisse könnten, gemäss Umbach, die Krippen unter anderem ihr Personal flexibler planen. Vor allem aber ermögliche es diesen, besser geschultes Personal einzustellen, ohne die Kosten in einer Kita zu erhöhen. «Da wir uns vor zehn Jahren erfolgreich für die Ansiedlung der Höheren Fachschule für Kindererziehung in Zug starkgemacht haben, möchten wir nun auch Betreuer einstellen, die diese Ausbildung abgeschlossen haben», erklärt Umbach. «Da deren Löhne jedoch relativ hoch sind, müssen wir neue Wege finden.» Bei den Richtlinien von Kibesuisse wird davon ausgegangen, dass eine gut ausgebildete Mitarbeiterin mehr Kinder betreuen kann als eine Praktikantin oder Lernende. Das heisst, ein Team mit einzelnen hoch ausgebildeten Mitarbeiterinnen kann dafür mehr ungelerntes Personal beinhalten als ein Team mit weniger hoch ausgebildeten Betreuerinnen. «Bei der Kinderbetreuung in einer Krippe geht es nicht mehr nur ums Wechseln von Windeln, Verpflegen und Unterhalten der Kinder. Es braucht neben einer gewissen Anzahl Hände auch das Wissen um die Pädagogik.» Das heisst, die Anzahl der Kinder, die mit einem gewissen Team betreut werden können, wäre nicht mehr alleine von der Grösse der Teams abhängig, sondern hauptsächlich von der Ausbildung von dessen Mitgliedern. «Mit dieser Massnahme gehen wir davon aus, dass die Fluktuation der Mitarbeiter in den Krippen auch kleiner wird – was schlussendlich den Kindern zugutekommt.» Um die Richtlinien in der Praxis im Kanton Zug auszuprobieren, hat sich der Verein Kibiz zur Verfügung gestellt, diese als Pilotprojekt in ihren Krippen anzuwenden und zu evaluieren.

Revision für Kanton ausreichend

Beim Kanton ist dieser Vorschlag mit der Vernehmlassungsantwort ebenfalls eingetroffen. Diese würden derzeit ausgewertet, weshalb man keine Stellung zu den einzelnen Inhalten nehmen könne, gibt die Leiterin des kantonalen Sozialamtes, Jris Bischof, schriftlich Auskunft. Man habe die Revision der Verordnung «durchaus in Kenntnis der Richtlinien von Kibesuisse vorgenommen.» Eine Totalrevision der Verordnung in Anlehnung an diese Richtlinien stehe jedoch nicht zur Diskussion, so Bischof.

Wie die neue Verordnung aussehen wird, soll spätestens bis im kommenden Januar klar sein.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

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