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Unicef-Label: Die Kinderfreundlichkeit wird geprüft

Seit rund 15 Jahren, gibt es das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde». Lediglich die Stadt Zug wurde bisher damit ausgezeichnet. Haben die Gemeinden Nachholbedarf bei den Bedürfnissen junger Bürger?
Laura Sibold
Kinder und Jugendliche sollen mitreden können. (Bild: Symbolbild: Stefan Kaiser (Zug, 22. November 2017))

Kinder und Jugendliche sollen mitreden können. (Bild: Symbolbild: Stefan Kaiser (Zug, 22. November 2017))

Die Stadt Zug hat 2015 als 20. Gemeinde der Schweiz das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» erhalten. Das Label zeichnet Orte aus, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingehen. «Als wir uns vor gut vier Jahren auf den Weg machten, haben wir zuerst eine Standortbestimmung durchgeführt. Diese ergab, dass wir in der Stadt Zug über ein gutes Grundangebot für Kinder und Jugendliche verfügen», sagt Bildungsvorsteherin Vroni Straub. Entwicklungspotenzial zeigte sich in den Bereichen Partizipation und Integration. In der Folge erarbeitete die Stadt Zug einen Massnahmenplan mit 25 Aspekten zur Verbesserung der Kinderfreundlichkeit, der vom Stadtrat verabschiedet wurde.

Einige Massnahmen des Aktionsplans 2016 bis 2019 sind bereits umgesetzt. Unter anderem erhielten die Stadtzuger Kinder und Jugendlichen eine eigene Seite im Stadtmagazin zur Gestaltung und es wurden gefährliche Verkehrspunkte auf Schulwegen entschärft. Ebenfalls wurden Schülerräte auf Primar- und Oberstufe gebildet, die sich einmal im Jahr an einer gemeinsamen Konferenz austauschen. «Wir konnten auch erwirken, dass die Kinder und Jugendlichen bei Bauprojekten einbezogen werden, beispielsweise bei Schulhausbauten, die sie direkt betreffen», so Straub. Noch nicht umgesetzt sei der Wunsch nach einem Kinderparlament. Vonseiten der Unicef ist man voll des Lobes: «Die Stadt Zug beweist, wie umfassend sie für Kinder und Jugendliche handelt. Für die Umsetzung setzen sich verschiedene Abteilungen der Stadtverwaltung sowie externe Akteure aus dem Kinder- und Jugendbereich zusammen und schaffen es Kinder- und Jugendfreundlichkeit als Querschnittaufgabe in der Stadt zu behandeln», so Katherine Haller, Mediensprecherin Unicef Schweiz.

Die Zertifizierung

Mittels Fragebogen wird für die Gemeinde eine Standortbestimmung zur Kinderfreundlichkeit in den Bereichen Verwaltung, Bildung, Betreuung, Kinder-/Jugendschutz, Gesundheit, Freizeit und Wohnen/Verkehr durchgeführt. Will sich eine Gemeinde für das Label bewerben, muss sie einen Workshop oder eine Zukunftswerkstatt durchführen sowie einen Massnahmenplan für die nächsten vier Jahre zur Förderung der Kinderfreundlichkeit festlegen. Das Label gilt dann für vier Jahre. Unicef Schweiz nimmt damit den Gedanken der UN-Kinderrechtskonvention auf, Kindern ein Recht auf Partizipation am gesellschaftlichen und politischen Leben zu sichern. (ls)

Viele Gemeinden zeigen Interesse

Bis im Februar 2019 will die Stadt eine Befragung der jungen Bürger durchführen und sich um die Re-Zertifizierung für die Jahre 2020 bis 2024 bemühen (siehe Box). Für die externe Evaluation und das Label fallen für eine Gemeinde Kosten von rund 15 000 Franken an. Ausser der Stadt verfügt noch keine Zuger Gemeinde über das Label. Laut Unicef hat man in der Vergangenheit mit diversen Gemeinden Gespräche geführt.

Zum Thema findet am Mittwoch, 26. September, auch eine Impulstagung der Punkto Kinder- und Jugendförderung in Baar statt. Für die Tagung haben sich laut Punkto insgesamt 25 Gemeinden angemeldet, neun davon aus dem Kanton Zug. Auf Nachfrage bestätigt die Baarer Sozialvorsteherin Berty Zeiter, dass man sich schon vor Jahren Gedanken über das Label gemacht hat. 2009 lag in Baar eine Motion zur Prüfung des Labels vor. Die Familienkommission stellte damals einen Antrag zur Durchführung einer Standortbestimmung, der gewährt wurde. «Im Rahmen der Beantwortung der Motion wurden die verbesserungswürdigen Aspekte in die Jahresziele aufgenommen. Diese Massnahmen wurden in den Folgejahren umgesetzt, weshalb das Label bis anhin nicht mehr angestrebt wurde», so Zeiter. In Unterägeri, wo ebenfalls ein Vertreter an der Punkto-Tagung teilnehmen wird, hat sich bezüglich Unicef-Label noch nichts getan. «Wir werden uns an der Impulstagung informieren und sehen dann weiter», sagt Sozialvorsteher Roland Müller.

«Die Gemeinde Cham befasste sich aufgrund einer Motion der SP Cham aus dem Jahr 2007 letztmals an der Gemeindeversammlung im Juni 2009 mit dem Unicef-Qualitätslabel», sagt die Chamer Sozialvorsteherin Christine Blättler-Müller. Da Cham sich als kinder-, jugend- und familienfreundliche Gemeinde verstehe, würden ihr gute Rahmenbedingungen und ein breites Angebot für Kinder und Familien am Herzen liegen. Die zuständige Abteilung prüfe derzeit auf operativer Ebene die zu erwartende Wirkung des Labels unter den aktuellen Voraussetzungen.

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