KINDERUMZUG BAAR: Keiner zu klein, dabei zu sein

Sportferien hin oder her – am traditionellen Kinderfasnachtsumzug in Baar hielt der Nachwuchs der Räbefasnacht die Strassen auch dieses Jahr wieder in seinen Händen.

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Die Gäuggel verschönerten mit ihren farbenfrohen Kostümen den Baarer Kinderumzug. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Die Gäuggel verschönerten mit ihren farbenfrohen Kostümen den Baarer Kinderumzug. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Vom Schulhaus Dorfmatt bis zum Rathaus, über die Dorf- und Bahnhofstrasse hin zum Kreuzplatz und zum Schulhaus Marktgasse schlängelte sich der fasnächtliche Kinderumzug durch die Baarer Strassen. Obschon sich Petrus gegenüber den zahlreich erschienenen kleinen Fasnächtlern ruhig etwas freundlicher hätte zeigen dürfen, wurde auch dieser Umzug für viele zu einem Erlebnis.

Für einmal in eine andere Haut zu schlüpfen, als bunt gekleideter Clown, Euro-08-Fan oder gar als Kobold verkleidet durchs Dorf zu ziehen und dabei von den Zuschauern bewundert zu werden - wo ginge das wohl besser als an einem solchen Anlass? So erschienen denn auch gestern Nachmittag nicht wenige farbenfroh und fantasievoll kostümierte und kunstvoll geschminkte imposante Gestalten, um an dem von der Fasnachtsgesellschaft Baar organisierten Umzug wenn nicht mitzulaufen, so doch zumindest als Zuschauer teilzunehmen.

In Sujetgruppe einreihen
Unter ihnen auch der als Löwe verkleidete Jonas (8). «Weil dies mein zweitliebstes Tier ist», erklärte er. Seine Schwester Anna (10), als Räbegäuggel verkleidet, hatte ihn geschminkt. Jonas war sich noch nicht sicher, ob er sich in eine der Sujetgruppen stellen oder ob er dem Umzug als Zuschauer beiwohnen sollte. Anders Matthias (8) und Philipp (6). Den beiden Piraten-Brüdern begegnete man später in der Sujetgruppe «Buntes Allerlei».

Wer originell verkleidet war und selbstständig an einem Umzug mitlaufen konnte, reihte sich in eine der Sujetgruppen ein. Eine nicht geringe Menge der von ihren Müttern liebevoll verkleideten Kinder gesellte sich zu den zahlreichen Zuschauern am Strassenrand, applaudierte der vorbeiziehenden Schar und versuchte durch Zurufe die Aufmerksamkeit ihrer im fasnächtlichen Getümmel mitlaufenden Geschwister und Freunde auf sich zu lenken oder lieferte sich Konfettischlachten.

15 Nummern
Ein Teil der rund fünfzehn Umzugsnummern bestand aus schränzenden Guggenmusigen, die mit ihren Hits für Stimmung und wippende Hüften sorgten. Neben einigen vom Umzugschef Stefan Weber frei erfundenen Themen waren auch Sujetgruppen aus dem Fasnachtsumzug vom Sonntag dabei.

Selbstverständlich nahm auch Räbevater Xaver I. an diesem fröhlichen Treiben durch die fasnächtlich geschmückten Strassen des Dorfes teil. Beobachtet vom Räbechüng, verfolgte er vor dem Rathaus in seiner Kutsche einen Teil des Umzugs, bevor er sich dann Orangen werfend ins Geschehen einschleuste. Als Belohnung fürs wackere Mitmachen gab es für alle Teilnehmer beim Schulhaus Marktgasse schliesslich heisse Wienerli und Brot.

Daniela Sattler