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KIRSCHSERIE (10/10): Keiser und Nussbaumer, Zug, 1883/1918: Kirsch- und Likörgeschäft

Die Kirschwasser-Destillerien in der Stadt Zug, 1798-2017: Ein hochprozentiges Stück Wirtschafts-, Gesellschafts- und Kulinarikgeschichte.
Briefpapier «Kirschwasser-Liqueur- & Obstbranntwein-Handlung, Casp. Keiser, Destillateur», 27. Juni 1906: Man warb für gute Kirschwasser. (Bild: Privatarchiv Oskar Rickenbacher, Zug)

Briefpapier «Kirschwasser-Liqueur- & Obstbranntwein-Handlung, Casp. Keiser, Destillateur», 27. Juni 1906: Man warb für gute Kirschwasser. (Bild: Privatarchiv Oskar Rickenbacher, Zug)

Der Destillateur Caspar Leonz Keiser-Keiser (1853–1923) führte beim Knopfliturm in der Stadt Zug ab 1883 eine Brennerei und Handlung für «Kirschwasser, ­Liqueur & Obstbranntwein». Bereits im ersten Betriebsjahr wurde sein Geschäft an der schweizerischen Landesausstellung in Zürich 1883 mit einem Ehren­diplom ausgezeichnet. Am Dorfplatz führte er zudem eine Gaststätte und einen Verkaufsladen mit Spirituosen. Keiser beendete seine Tätigkeit 1911 und vermietete die Brennerei an die «Kirschwasser-Gesellschaft in Zug», die ihren Sitz nach Oberägeri verlegte und in Zug an der Ägeristrasse 40 fortan eine Brennerei mit ­Depot betrieb. 1918 verkaufte Caspar Keiser die Liegenschaft an Josef Nussbaumer-Landolt, einen Wirt und «Negoziant» (Zwischenhändler) aus Oberägeri.

Der Familienname Nussbaumer stammt aus Oberägeri und gilt als eines der älteren und kopfstärksten Geschlechter des Ägeritals. Metzger Josef Leonz Nussbaumer-Landolt (1864–1948) zog 1898 nach Zug ins Restaurant Schäfli beim St.-Oswalds-Brunnen, später kaufte er das Restaurant Kreuz am Dorfplatz. Dort führte Nussbaumer seinen Handel weiter und bot zusätzlich Landesprodukte an, bevor er 1918 aus Platznot in die nahe Brennerei an der Ägeristrasse 40 wechselte und so die Liegenschaft von der «Kirschwasser-Gesellschaft in Zug» übernahm.

Zuger Bitter und Zuger Bergtropfen

1923 trat sein Sohn Carl Nussbaumer-Bamert (1903–1997) in das väterliche Unternehmen ein und stellte den Betrieb zu einer Spezialitätenbrennerei mit Spirituosenhandel um. Carl beschaffte eine neue «Häfelibrennerei», um damit «Spezialkirsch» herzustellen. In der Destillerie Nussbaumer wurde hauptsächlich «Zuger Kirsch» gebrannt, aber auch Pflümli, Zwetschgenwasser und Kräuterbranntwein. Dazu kam die Likörfabrikation mit den ­beiden bekannten Spezialitäten «Zuger Bitter» und «Zuger Bergtropfen» («Goût Bénédictine»).

Schliesslich übernahm Carl Nussbaumer 1931 die Liegenschaft und die Brennerei von seinem Vater. Die Firma Carl Nussbaumer, Kirsch- und Likördestillerie, Zug, verfügte 1932 über zwei feststehende Brennblasen mit einem Gesamtinhalt von 300 Litern. Die Produkte von Nussbaumer waren weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt und wurden auch im Ausland gehandelt. 1970 gingen die Brennkonzessionen und einige Lagerbestände an Antoine Escher in Genf, der damit seine Brennerei «Carl Landtwing AG» in Zug und Hünenberg ausbaute. Das Geschäft von Nussbaumer wurde Mitte der 1970er-Jahre aufgegeben.

Ueli Kleeb

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Gekürzter Vorabzug über das Zuger Kirschgewerbe aus dem neuen Buch «Chriesi, Kirschenkultur rund um Zugersee und Rigi», her­ausgegeben von DNS-Transport Zug (Ueli Kleeb & Caroline Lötscher), das im Dezember erscheint und bei der Edition Victor Hotz (edition@victor-hotz.ch, 041 748 44 44) zum Preis von 88 Franken vorbestellt werden kann.

Brennerei Josef Nussbaumer-Landolt an der Ägeristrasse 40 in Zug, 1918–1931: Nussbaumer kaufte die Brennerei 1918 von Caspar Keiser ab. (Bild: Landwirtschaftliches Bildungs- und Beratungszentrum Cham)

Brennerei Josef Nussbaumer-Landolt an der Ägeristrasse 40 in Zug, 1918–1931: Nussbaumer kaufte die Brennerei 1918 von Caspar Keiser ab. (Bild: Landwirtschaftliches Bildungs- und Beratungszentrum Cham)

Korbflasche mit Blechetikette von Destillateur Carl Nussbaumer-Bamert, Zug, ab 1931. (Bild: Privatarchiv Karl Nussbaumer, Oberägeri)

Korbflasche mit Blechetikette von Destillateur Carl Nussbaumer-Bamert, Zug, ab 1931. (Bild: Privatarchiv Karl Nussbaumer, Oberägeri)

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