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KIRSCHSERIE (1/10): Bossard, Zug, 1798/1830 Noble Zuger Händler und Brenner

Die Kirschwasser-Destillerien in der Stadt Zug, 1798–2017: Ein hochprozentiges Stück Wirtschafts-, Gesellschafts- und Kulinarikgeschichte.
Kreuzung Kirchenstrasse/Grabenstrasse Zug, vor 1896: Rechts ist das Haus «Zum unteren Schwert» an der Grabenstrasse 1 und das Haus «Zum oberen Schwert» an der Kirchenstrasse 2 zu erkennen, in denen sich ab 1866 der zweite Geschäftssitz der «Bossard Vater & Söhne» befand. (Bild: Bibliothek Zug)

Kreuzung Kirchenstrasse/Grabenstrasse Zug, vor 1896: Rechts ist das Haus «Zum unteren Schwert» an der Grabenstrasse 1 und das Haus «Zum oberen Schwert» an der Kirchenstrasse 2 zu erkennen, in denen sich ab 1866 der zweite Geschäftssitz der «Bossard Vater & Söhne» befand. (Bild: Bibliothek Zug)

Die älteste Firma im Kanton Zug, die gewerblich Kirsch brannte, war vermutlich diejenige der Gebrüder Bossard in Zug. Das Unternehmen war 1798 von Ma­thias Damian Bossard-Hediger (1778–1803) und seinem Bruder Josef Blasius Bossard-Hediger (1782–1822) unter der Bezeichnung «Gebr. Bossard» gegründet worden. Das erste Handelsgeschäft in der Zuger Altstadt hiess «Zum Schwanen» (heute Unteraltstadt 13). 1817 lagerten dort 4 Viertel Schnitze, 1000 Mass Wein, 1000 Mass Most und 190 Mass Bränz.

1822 trat Joseph Matthias Damian Bossard-von Deschwanden jun. (1802–1877) ins Geschäft ein, 1842 stiess sein Stiefbruder Josef Anton Bossard-Wickart (1816–1878) dazu. Als alleiniger Geschäftsführer richtete dieser 1866 einen neuen Firmensitz im Haus «Zum unteren Schwert» an der nahen Grabenstrasse ein (heute Kirchenstr. 2/Grabenstr. 1a/b).

Der erste Zuger Kirsch

Einem Briefpapier vom 18. September 1883 ist zu entnehmen, dass 1830 auch eine Nachfolgefirma «Bossard Vater & Söhne» als Handelsmarke gegründet wurde, die sich in der «Solitude» befand (heute Zugerbergstr. 6). Auf dem dortigen Gelände brannten die Bossards spätestens ab 1834 ihren eigenen Kirsch. Bei diesem Kirschwasser von 1834, das 1867 in Luzern erstmals präsentiert wurde, handelt es sich um den ältesten schriftlich dokumentierten Kirsch aus Zug.

An der Landwirtschafts-Ausstellung 1857 in Bern stellten «Bossard Vater und Söhne» 4 Kisten mit je 12 Flaschen Kirsch der Jahrgänge 1838, 1844, 1846 und 1856 zur Schau. Dafür gewannen sie eine silberne Medaille. Auch für ihre ausgestellten 4 Kisten Dörrobst wurden sie ausgezeichnet. Der Jurybericht hielt fest: «Die zugerischen Landesprodukte Kirschenwasser und getrocknetes Obst bewähren also den alten Ruf.»

Wie erfolgreich die Gebrüder Bossard waren, zeigte sich auch darin, dass Joseph Matthias Damian Bossard jun. 1843 den «Zurlaubenhof» erwerben konnte, diesen frühbarocken Landsitz der Familie Zurlauben. Das Geschäft «Zum Schwert» an der Grabenstrasse führten die Nachkommen weiter, bis das Haus 1917/1919 an die «Schwert-Immobilien» (Dosenbach) verkauft wurde.

Der letzte Eintrag zur Kirschbrennerei der «Gebrüder Bos­sard» auf dem «Zurlaubenhof» stammt von 1930, als die Eidgenössische Alkoholverwaltung dort ein «Kessi» mit 150 Litern und zwei «Hafen» mit je 30 Litern Brennvolumen ermittelte.

Ueli Kleeb

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Gekürzter Vorabzug über das Zuger Kirschgewerbe aus dem neuen Buch «CHRIESI, Kirschenkultur rund um Zugersee und Rigi», herausgegeben von DNS-Transport Zug (Ueli Kleeb & Caroline Lötscher), welches im Dezember erscheint und bei der Edition Victor Hotz (edition@victor-hotz.ch, 041 748 44 44) zum Preis von 88 Franken vorbestellt werden kann.

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