Klägliches Versagen von Legislative und Judikative

«Hinterm Vorhang», Ausgabe vom 18. Januar

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2017 stiess mir die von den USA zu uns überschwappende MeToo-Bewegung etwas säuerlich auf. Man wusste von hartem Rassismus dort, davon dass in Gefängnissen schwächere Insassen von stärkeren missbraucht werden. Diese Zustände waren jahrzehntelang dort toleriert worden und werden es teils heute noch. In der Schweiz herrscht aber gottlob ein ganz anderes rechtsstaatliches Verständnis. Niemand soll sich sexueller Nötigung ausgesetzt sehen. «Die Täter legitimieren ihre Taten gerne mit der Notwendigkeit von Grenzüberschreitungen in der Kunst» berichtete die Zuger Zeitung. Dass eine derartige Einstellung überhaupt aufkommen kann, zeigt klägliches Versagen von Legislative und Judikative. Letztere sollten diesen Augiasstall schleunigst mit eisernem Besen ausmisten.

Christian Mächler, Hünenberg