Leserbrief

«Klares Denken beim politischen Lenken»

«Bares ist Wahres», Ausgabe vom 14.April

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Die Kolumne von SVP-Gemeinderat Roman Küng ist aus meiner Sicht ziemlich undifferenziert. Und für eine sehr wichtige Berufsgruppe, welche täglich für die Bevölkerung ihren anspruchsvollen Einsatz leistet, gefährlich und kontraproduktiv. Grundsätzlich ist es ja wunderbar, dass sich dieser Lokalpolitiker aktuell mit Themen beschäftigen kann, wie das bargeldlose Bezahlen des Znünis wäre und der Staat sogar recherchieren könnte, wem er eine Spende elektronisch zukommen liesse. Im zweiten Abschnitt zeigt er sogar ein gewisses Verständnis für die aktuelle Situation, dass aktuell mehr bargeldlos bezahlt wird. Bis zu dieser Spalte hielt mein demokratisches Verständnis noch Schritt und selbstverständlich gibt es Pro- und Kontra-Standpunkte zum Thema «Bargeldlos zahlen oder nicht».

Persönlich glaube ich nicht, dass das Bargeld aus dem Portemonnaie verbannt wird. Tatsache ist aber, dass nun u.a. alleine im Kanton Zug täglich Hunderte von an Kassen Beschäftigten einfach nur dankbar sind, wenn die Kunden mit Karten bezahlen, weil sie dann schlicht und einfach geschützter sind. Weshalb dies so ist, muss hoffentlich nicht noch vertieft erklärt werden. Da ist Mitdenken erlaubt. Am Ende seines Artikels fordert dieser Politiker aber die Lesenden auf, beim nächsten Einkauf an die Demokratie zu denken, was für ihn gleichbedeutend mit dem Bezahlen mit Bargeld ist. Sein Schlusssatz «bleiben sie gesund» wirkt somit für die erwähnte Berufsgruppe reichlich zynisch: «Nehmt Bargeld und bleibt gesund»! Menschen an den Kassen sei es u.a. bei Supermärkten, Drogerien, Apotheken und Tankstellenshops zeigen täglich im wahrsten Sinne des Wortes ihr persönliches Gesicht und haben unseren grössten Respekt verdient. Jetzt Forderungen für das Bezahlen mit Bargeld auf Kosten des erhöhten Risikos von Kassierenden auszulösen, hat aus meiner Sicht absolut nichts mit Demokratie zu tun. Aber mit fehlendem Respekt vor diesen Menschen. Nicht unbedingt «Bares ist Wahres», sondern klares Denken beim politischen Lenken wäre angesagt! Ich wünsche Roman Küng die nötige politische Weitsicht und ebenfalls beste Gesundheit.

Peter Burri, Oberrüti