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Berührende Geschichte einer Chamer Persönlichkeit

Ein Stück Chamer Geschichte als Theaterstück: Am Freitag feierte das Stück «Klärli und der belgische Pilot» Vorpremiere im Saal des «Steirereck».
Monika Wegmann
Überzeugen das Publikum mit Erzählungen, Schauspiel und Musik: Joe Fenner, Daniel Schneider und Cornelia Montani (von links). (Bild: Jan Pegoraro, Cham, 6. September 2019)

Überzeugen das Publikum mit Erzählungen, Schauspiel und Musik: Joe Fenner, Daniel Schneider und Cornelia Montani (von links). (Bild: Jan Pegoraro, Cham, 6. September 2019)

Es ist eine verrückte Geschichte über die Innerschweizer Arztfrau Klärli, die aus der Feder von Rosamunde Pilcher stammen könnte – und doch auf wahren Tatsachen beruht. Denn das musikalische Erzähltheater «Klärli und der belgische Pilot», das am Freitag im vollbesetzten Kreuzsaal in Cham Vorpremiere feierte, basiert auf der Biografie von Clairelise Montani «Sei lieb mit Klärli», worin sie das Leben ihrer Mutter Klärli Jung-Locher beschreibt.

Genauso bewegend und spannend wie das Buch war die Aufführung, an der viele Verwandte und Freunde der Autorin und Darsteller teilnahmen. Die drei Akteure Cornelia Montani, Joe Fenner und Daniel Schneider vom Theater im Kornhaus Baden zeichneten erzählend, spielend und musizierend wichtige Episoden aus Klärlis Leben nach. Das meiste spielt sich im letzten Jahrhundert in den Zwischenkriegsjahren bis nach dem Zweiten Weltkrieg ab, wobei im Stück die damaligen Lebensbedingungen locker einfliessen.

Die Aufführung fand unter besonderen Umständen statt, denn, wie Regisseur Paul Steinmann zu Beginn erklärte, war die Autorin Clairelise Montani doch vor wenigen Tagen unerwartet gestorben: «Sie hat das Stück mit uns entwickelt und sich auf die Vorpremiere gefreut. Wir spielen, weil wir wissen, dass es in ihrem Sinne ist.» Er erwähnte auch die persönliche Betroffenheit der Schauspieler, denn Cornelia Montani ist die Tochter der Autorin.

Eine wichtige Begegnung

Mit dem Lied vom Dörfli am Zürisee zur Zeit der Landi 1939, zu dem Cornelia Montani Akkordeon, Joe Fenner Klarinette und Daniel Schneider Saxofon spielt, beginnt das einaktige Stück. «Es ist die Geschichte meiner Grossmutter, die 1931 als 19-Jährige erstmals ins Ausland reiste, weg von daheim. Ich bin jung, ich bin frei», singt Cornelia Montani, die nach der Mode der Dreissigerjahre gekleidet nun eindrücklich die Rolle der Grossmutter als lebenslustige junge Frau einnimmt und erzählt, von Brüssel, der Freundin Lina und der Begegnung mit Jean, dem belgischen Piloten, in den sie sich verliebt.

Mit berührenden Szenen spielen die drei Akteure Stationen von Klärlis Leben nach, die nach dem Jahr in Brüssel heim muss und auf Jeans Briefe wartet, bald vergebens. Wie sie den jungen Dorfarzt kennen und lieben lernt, doch die mondäne Ehe zum Albtraum wird, und sie die gemeine Intrige ihrer Mutter erkennt. Trotz einem Leben im Wohlstand leidet Klärli zunehmend unter den Enttäuschungen. Das Stück verdeutlicht die damaligen gesellschaftlichen Zwänge, aber auch, wie sich Klärli daraus befreit und wie die Lebenslust ihr ein spätes Liebesglück beschert.

Trotz der ernsten Passagen gibt es heitere Momente, die das Publikum zum Lachen bringen. Joe Fenner erweist sich als grosser Komödiant, der vom Erzähler nahtlos in die Rollen der Mutter, des belgischen Piloten und des Dr. Jung wechseln kann. Und obwohl im Stück nie Cham erwähnt wird, wusste das Publikum dennoch genau, um welche Personen es sich handelt. Manche kannten scheinbar den früheren Pfarrer aus der erheiternden Szene.

Gespannt verfolgte das Publikum die dramatische Geschichte, die ein überraschendes Happy End findet. Der Applaus war zuletzt sehr gross. Nach den stehenden Ovationen sagte eine ältere Zuschauerin begeistert: «Cornelia Montani gleicht ihrer Grossmutter, im Gesicht und mit ihrem Temperament.» Sara Hübscher, Präsidentin von Cham Tourismus, die den Anlass mitorganisierte, lobte die Leistung des Teams und sagte: «Ich habe das Buch gekauft und bin gespannt. Es ist eine lange Geschichte, die zeigt, wie eine Person über verschiedene Charakterzüge verfügen kann.» Auch Paul Steinmann zeigte sich «absolut zufrieden».

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