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Zug in den Schlagzeilen: «Kleinstadt und Krypto-Eldorado»

Zug scheint Medien aus aller Welt weiterhin magisch anzuziehen – auch in diesem Jahr. Es ging um Innovationen, aber auch um einen Treuhänder und um Schiffscontainer.
Christopher Gilb
Cryptovalley Zug: Eine Delegation aus Südkorea besucht den Kanton Zug. Im Hammergut in Cham finden verschiedene Workshops statt. Das fand auch in der südkoreanischen Presse Beachtung. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 14 August 2018))

Cryptovalley Zug: Eine Delegation aus Südkorea besucht den Kanton Zug. Im Hammergut in Cham finden verschiedene Workshops statt. Das fand auch in der südkoreanischen Presse Beachtung. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 14 August 2018))

Im Format Startup News beschäftigt sich der deutsche Nachrichtensender NTV mit der Gründerszene. In der 72. Folge am 2. März 2018 ging es um Zug. «Idyllisch gelegen an einem See, klein, beschaulich, auf den ersten Blick eine typische Schweizer Kleinstadt», beginnt der Beitrag. «Aber nur auf den ersten Blick», geht es weiter. Denn: «Dieser Ort ist das Crypto Valley der Welt.» Der Beitrag knüpft nahtlos an eine Reihe von Beiträgen aus dem Jahr 2017 an, in denen ausländische Medien vorbeikamen, um die Exponenten der Kryptofirmen im Kanton zu interviewen und natürlich mit dem abtretenden Stadtpräsidenten Dolfi Müller zu sprechen, der sich bekanntlich von Anfang an sehr offen gegenüber Bitcoin, Blockchain und Co. zeigte. «Zug: Schweizer Kleinstadt und Krypto-Eldorado», lautet der Titel des Beitrags passend.

Auch über den Wolken wurde Zug bekannt gemacht. In seiner März-Ausgabe führte das «Easyjet»-Bordmagazin «Traveller» fünf Orte in Europa auf, «wo die Zukunft schon begonnen hat», darunter Frankfurt, Tallinn und auch Zug. Es geht auch hier um die zahlreichen Innovationen, etwa dass Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert wird, es eine digitale ID gibt und die vielen Start-ups generell. Das Fazit der Autoren: Zug ist Teil des Goldrauschs des 21. Jahrhunderts.

Ein Bürgermeister zu Besuch

Das Crypto Valley ist auch der Grund, dass der Bürgermeister der südkoreanischen Metropole Seoul dem Kanton Zug einen Besuch abstattete. Darüber berichtete am 5. Oktober auch die «JoongAng Daily», eine der drei englischsprachigen Tageszeitungen in Südkorea. Der Bürgermeister war in Europa unterwegs, um sich Inputs zu holen, wie er die Blockchain-Industrie in Seoul fördern könnte. Ein Thema war auch, dass es in Zug bereits eine erste Abstimmung gab, die auf der Blockchain-Technologie basierte. Nur: Dass es eine Testabstimmung war, fand im Artikel keine Erwähnung. Dort ist die Rede von einer ersten Kommunalabstimmung. Dass es aber die erste Abstimmung dieser Art in der Schweiz war, das stimmt.

Der Kanton Zug hat auch eine andere Seite. Gleich zwei gigantische Anlegerbetrugsfälle kamen im Jahr 2018 in Deutschland zum Vorschein. Beide haben einen Bezug zum Kanton Zug. «Das grosse Verwirrspiel» titelte das «Handelsblatt» am 17. Januar. «Renditen bis zu 20 Prozent wollten die Vermögensverwalter der Picam-Gruppe erwirtschaften. Die Anleger gaben dafür 300 Millionen Euro in ein undurchsichtiges Firmennetzwerk. Nun stocken die Auszahlungen. Ist es Betrug?» Anfang Februar fanden dann die Hausdurchsuchungen gegen die vermeintlichen Hintermänner der Gruppe statt. Darunter ein Baarer Treuhänder, der einzige Verwaltungsrat der Zahlstelle des Verbundes der Piccor AG.

Auf Nachfrage unserer Zeitung nahm er zuerst die vermeintlichen Mittäter in Schutz, bestritt eine Schuld und nannte einen ominösen Dritten als Hauptverantwortlichen. Zwischenzeitlich ist er jedoch aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten, da er Grund zur Annahme habe, dass Unrechtmässiges mit der Firma betrieben worden sei. Die Anleger jedenfalls warten weiter auf ihr Geld. Einen eher amüsanten Aspekt hatte der Fall auch noch. Eine Regionalzeitung aus dem Schwarzwald verwechselte den Baarer Treuhänder mit einem ehemaligen Investor für ein regionales Krankenhaus. Sie musste dies dann richtigstellen.

Container, die es gar nicht gab

Beim anderen Betrug geht es um Schiffscontainer. Jahrelang haben Anleger bei der deutschen P&R Schiffscontainer gekauft. Dann ging die Firma bankrott und es zeigte sich: Viele Container gab es gar nicht. Auch hier handelte es sich vermutlich um ein Schneeballsystem. Die mutmassliche Schadenssumme beträgt sogar rund 3,5 Milliarden Euro. «Im P&R-Skandal ermitteln jetzt auch die Schweizer Behörden», titelte das deutsche «Manager Magazin» am 8. November. Denn in Zug hat die P&R Equipment & Finance Corp. ihren Sitz, zuständig für die Vermietung der Container. Und einziger Teil der Gruppe, der weiterhin Geld einbringt. Zwischenzeitlich untersteht jetzt auch diese – zur Freude der Anleger – dem Zugriffsbereich des deutschen Insolvenzverwalters.

Auf der südafrikanischen Seite «wheels24.co.za» wird über alles, was Räder hat, berichtet. Am 12. Oktober schafft es auch die Nachricht, dass Formel-1-Star Räikkönen mit seinem Privatauto in Baar einen kleinen Schaden verursachte und eine Strafe bezahlen musste, auf das Newsportal. «F1’s Raikkonen fined for colliding with parked car in Switzerland», lautete die Schlagzeile. Der Kanton Zug ist eben vielseitig.

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