Klettern ist bei der Zuger Jugend schwer angesagt

In Oberwil besteht bereits eine Boulderwand, die Schulhöfe Guthirt und Letzi werden entsprechend aufgerüstet.

Cornelia Bisch
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Klettern an der Boulderwand.

Klettern an der Boulderwand.

Bild: Stefan Kaiser (Oberwil, 12. Juni 2020)

Man wolle das bestehende Pausenplatz-Angebot stetig erweitern, erklärt Sandra Hürlimann, Schulleiterin der Stadtzuger Primarschule Letzi. «Der Spiel- und Pausenplatz wird nicht nur von den Schul- und Kindergartenkindern benützt, sondern ist auch Treffpunkt für die Bewohner des Quartiers», betont sie. «Vor einiger Zeit wurde unser Pausenplatz neu gestaltet. Das war eine grosse Bereicherung und wertete das gesamte Schulareal auf.» Die geplante Boulderwand – eine Kletterwand ohne Sicherungspflicht – wird am Pavillon der Schule installiert. Die Baugesuche für Boulderwände im Guthirt und Letzi liegen bis zum 17. Juni öffentlich auf.

Bei Daniel Ehrensperger, Gebäudebewirtschafter der Stadt Zug, gehen sämtliche Anträge der Schulen bezüglich baulicher Veränderungen ein. «Die Eingaben erfolgen ein Jahr im Voraus», erklärt er.

Die Möblierung der Aussenräume gebe immer wieder zu reden. «Vor allem in der Freizeitbetreuung möchten die Kinder auch mal draussen Aufgaben machen oder malen können.» Es sei aber nicht leicht, Sitzplätze zu schaffen, welche ausreichend sonnengeschützte Arbeitsplätze bieten würden. Verschiedene solcher Anlagen seien momentan noch in Planung.

Die Boulderwände sind drei Meter hoch

Die Boulderwände, von denen eine bereits an der Holzfassade des Gebäudes für Freizeitbetreuung in Oberwil angebracht wurde, findet Ehrensperger eine gute Sache. «Es liegt sicher im Trend. Man sieht solche Wände heute oft auf Spielplätzen und Schulhöfen.» Kinder hätten ein starkes Bedürfnis, zu klettern und sich auf diese Weise auszuleben. «Bestimmt werden es die Schüler des Guthirt und Letzi auch cool finden.» Bei den Detailabklärungen kann Ehrensperger von den Erfahrungen mit dem ersten Projekt in Oberwil profitieren. «Zirka Ende September sollten die Wände stehen.»

Die Boulderwände sind drei Meter hoch und erstrecken sich über die ganze Stirnfassadenbreite der Gebäude. «Will man höher gehen, muss man die Benützer sichern», betont Ehrensperger. So jedoch ist laut BfU-Vorschrift keine Sicherung notwendig. Ein 40 Zentimeter tiefes Kiesbett verhindert bei allfälligen Stürzen schlimmere Verletzungen. Die Kosten für eine Boulderwand in dieser Grösse belaufen sich auf rund 20000 Franken.

Die jährliche Reinigung der Anlagen wird jeweils eine Überraschung für die kleinen Kletterer bereithalten. «Die Oberfläche einer Boulderwand besteht aus einer Holzwerkstoffplatte mit unzähligen Löchern, in welche die Griffe montiert werden können», führt Ehrensperger aus. «Bei jeder Reinigung montieren wir die Griffe in einer neuen Kombination.» So entsteht jedes Jahr ein anderer Parcours, der die Geschicklichkeit der jungen Benützer aufs Neue herausfordert.