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Leserbrief

Klima als wichtiges Thema oder ist alles nur Klimatheater?

«Wieder sagen uns Jugendliche, was wir zu tun haben» und «Ich reite seit Jahren auf dieser Welle», Ausgaben vom 25 und 18. September

Als Mutter einer 14-jährigen «verwöhnten» Tochter, die freiwillig ihre Freizeit dafür einsetzt, dass auch im konservativ regierten Kanton Zug das Thema Klima in aller Munde ist, möchte ich hier ein paar Fakten klarstellen. Meine Tochter hetzt über Mittag zum Klimastreik und danach zurück in den Unterricht, damit sie nicht als Schulschwänzerin abgestempelt wird. Zum Glück hat sie eine nette Lehrerin, die nachsichtig ist, wenn sie ausser Atem eine Minute zu spät kommt. Andere MitschülerInnen trauen sich allerdings nicht, am Klimastreik teilzunehmen, da sie Angst vor Konsequenzen haben. Meine Tochter verzichtet auf Fleisch. Sie geht auf Flohmärkte. Sie ist dafür verantwortlich, dass wir unser Flugverhalten massiv in der Familie hinterfragen und im Sommer nicht geflogen sind.

Sie Michel Ebinger und auch unser Zuger Ständerat Peter Hegglin fordern von der Jugend, dass sie nun auch Taten folgen lassen sollen. Was soll unsere Jugend eigentlich noch alles bewirken? Sind die Taten, die sie fordern nicht Aufgabe der Politik und ihren Vertretern, die vom Volk gewählt werden?

Muss nun die Jugend uns der älteren Generation mit ihren «Taten» zeigen, was die Wissenschaft seit 30 Jahren fordert und erst jetzt, seit die Jugend darauf aufmerksam gemacht hat, Beachtung findet? Wie steht es mit unserem Ständerat Peter Hegglin, der einen Biobauernhof betrieb und schon seit Jahren, wie er behauptet, auf der (grünen) Welle mitreitet? Laut dem WWF erreichte er in der letzten Legislatur eine Umweltfreundlichkeit von 37,5 Prozent. Hier hätte ich Taten von Peter Hegglin sehen wollen.

Die Jugend hat uns, die wir alle verantwortlich sind für den Klimawandel wachgerüttelt. Sie ist aber nicht dafür verantwortlich Taten folgen zu lassen, das muss die Politik tun. Denn mit der gut gemeinten Freiwilligkeit können wir zwar einen minimalen Beitrag leisten, aber ohne ein grosses gesellschaftliches Umdenken, geleitet durch politische Entscheide weltweit, werden wir den Klimawandel nicht entgegenwirken können. Danke an alle Jugendlichen, die sich einsetzen für eine umweltfreundliche Zukunft.

Susann Dahl, Cham


Was haben die älteren Mitbürger unseres Landes «klimamässig» doch schon alles erlebt? Die über Siebzigjährigen erinnern sich, wie anfangs der 1960er Jahre die befürchtete kommende Eiszeit als unvermeidbar verkündet wurde. Damals nahmen die Alpengletscher leicht zu und die «Seegfrörni» bestärkte die Klimawissenschaftler in ihrer ernsthaften Angst vor einer Klimaabkühlung.

Keine zehn Jahre später waren diese Befürchtungen jedoch in Vergessenheit geraten – gerade rechtzeitig, um eine neue Bedrohung aus dem Hut zu zaubern. Diesmal war es das Waldsterben, das alle verantwortungsbewussten Bürger und Politiker unseres Landes erschreckte und zum Handeln «zwang». Nach der Jahrhundertwende wurde auch dieses bedrohliche Szenario als das entlarvt, was es war: schlicht falsch.

Und jetzt ist also die «menschengemachte Klimaerwärmung» das beherrschende Thema. Es kann nicht dramatisch genug geschildert werden, dass es die «Klimasünden» der Menschen sind, die diese Erwärmung bewirken. Deshalb muss Busse getan werden.

Die älteren Mitbürger kennen das Szenario: Da die Welt angeblich einmal mehr vor einer Katastrophe steht, muss jetzt alles anders werden. Den vermeintlichen Sündern müssen dringend Verbote, Steuern, Abgaben und andere Ablasszahlungen auferlegt werden. «Systemkorrektur» lautet deshalb das Motto der grün-linken und sozialistischen Parteien.

Ach, wenn doch alles so einfach und klar wäre, wie uns gewisse Kreise einzutrichtern belieben! Bis heute ist für die kritische Wissenschaft immer noch offen, ob die menschengemachte Zunahme des CO2-Gehaltes in der Luft ursächlich für die aktuelle Klimaerwärmung ist. In den vergangenen Warmzeiten war es immer umgekehrt: Das Klima hat sich erwärmt und in der Folge stieg der CO2-Gehalt der Luft. Der interessierte Zeitgenosse kann in der historischen Literatur selbst feststellen, wie sich in den letzten 2000 Jahren, die Temperaturen stetig verändert haben – rauf und runter praktisch ohne Einfluss der Menschen. Im Hochmittelalter, genauer ums Jahr 1100 herum, herrschte in Europa eine ausgesprochene Warmzeit. Zu jener Zeit gab es sogar Malaria nördlich der Alpen. Die Überträgerin dieser Krankheit, die Anopheles-Mücke, war in Europa bis nach Südengland verbreitet. Übrigens: Auch Weinanbau wurde damals bis nach Schottland hinauf gepflegt. Das Klima musste zu jener Zeit also deutlich wärmer gewesen sein als heute. Dies, obwohl der CO2-Gehalt der Luft damals noch nicht durch menschliches Zutun erhöht war. In der sogenannten «kleinen Eiszeit», die Ende des 16. Jahrhunderts begann, hatten wir eine gegenteilige Situation: Es herrschte ein garstiges Klima, das sich auch in schweren Hungersnöten und Epidemien manifestierte. Zum Glück leben wir heute wieder in einem freundlicheren Klima!

Es ist ein widersprüchliches Illusionstheater, wenn links-grüne und sogar bürgerliche Politiker in der Schweiz «netto null»-CO2-Emissionen bis 2050 fordern und gleichzeitig den wachsenden Strombedarf für Elektromobilität, Wärmepumpen etc. vorwiegend mittels Kohlestrom aus Deutschland und Polen decken. Das grösste Umweltproblem der Welt, nämlich das explosionsartige Wachstum der Weltbevölkerung, welches zu einer Übernutzung der natürlichen Ressourcen führt, wird schon gar nicht als Problem erkannt.

Konrad Studerus, alt Kantonsrat CVP, Edlibach

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