Kloster Heiligkreuz: Wie die Schwestern mit den Veränderungen umgehen

Die Gebäude des ehemaligen Lehrerinnenseminars auf dem Areal des Klosters Heiligkreuz sind fast alle verschwunden, sie werden durch Wohngebäude ersetzt. Die Schwestern erhalten spannende Einblicke.

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In zwei Jahren soll das an das Kloster Heiligkreuz angrenzende Areal dank Wohngebäuden belebt werden. (Bild: Visualisierung: PD)

In zwei Jahren soll das an das Kloster Heiligkreuz angrenzende Areal dank Wohngebäuden belebt werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Ab dem Frühling 2020 soll rund um das Kloster Heiligkreuz in Lindencham mehr Leben herrschen. Dann ist der Bezug der Wohnungen geplant, die gegenwärtig im Entstehen sind. Davon zeugt der Staub auf den Fenstersimsen des Kloster-Hauptgebäudes, der die mutigen Wege der ansässigen Katze«Tinka»sichtbar macht.

Am Donnerstag ist die Grundsteinlegung angestanden. Die ehemaligen Gebäude des im Jahr 2006 geschlossenen Lehrerinnenseminars und darum herum sind fast alle abgerissen.

Die Klostermauer wird verlängert werden, um das Kloster von den künftigen Gebäuden abzutrennen. «Das heisst nicht, dass wir uns dem Neuen gegenüber verschliessen», betont Schwester Anna-Rita Jörger von der Klosterleitung.

«Wie ein Theater» für die Schwestern

Für manche der 64 Frauen umfassenden Gemeinschaft sind diese tiefgreifenden Veränderungen «herzzerreissend», für andere «notwendig», erklärt Schwester Anna-Rita. Die Bauarbeiten gespannt verfolgen würden aber alle – auch im Rollstuhl. «Es gibt so viel zu sehen, das ist für uns wie ein Theater», sagt die Priorin, Schwester Simone Buchs, lachend.

Schwester Agnes Widmer unterstützt die Neuerungen vorbehaltlos. Auch wenn es über Mittag manchmal «ziemlich schüttelt». Ihr Zimmer liege wenige Meter neben dem durch Abrissarbeiten neu geschaffenen Ende des Hauptgebäudes.

Schwester Agnes war schon 1969 in Lindencham, als letztmals grosse bauliche Neuerungen vorgenommen wurden. «Alle rund 50 Jahre geht etwas», stellt sie anlässlich der Grundsteinlegung vergnügt fest.

Wohnungen sind Verkaufsschlager

Die Bauherrin Huwiler&Partner Treuhand AG aus Cham hat nach Angaben von Immobilienbewirtschafter Michael Huwiler innerhalb von einem Monat alle 21 Eigentumswohnungen verkauft. Diese sind als Alterswohnungen konzipiert und an ein Notrufsystem angeschlossen.

Die 62 Mietwohnungen mit 1 bis 4,5 Zimmern würden 2019 vergeben. Belebung soll auch dank eines Bistros, einer Kindertagesstätte sowie einen Spielplatz erreicht werden.

Bei der Projektvorstellung im vergangenen Jahr war noch von Ateliers für Künstler die Rede. Gegenwärtig sei offen, ob es diese tatsächlich geben werde, sagt Huwiler.

Zuversicht, was das Fortbestehen anbelangt

Das Kloster hat das Land im Baurecht abgetreten und erhält entsprechend einen Zins. Auch dank diesem festen Einkommen lässt sich die grosse Anlage aufrechterhalten, trotz laufend schwindender Gemeinschaft.

Von Rückschlägen liessen sich die Schwestern ohnehin nie beirren, wie ein Blick in ihre wechselvolle Geschichte zeigt. Ihre Zuversicht ist anscheinend unerschütterlich – selbst wenn es momentan wegen der Bauarbeiten bisweilen das Gebäude schüttelt.

Das Bonmot der Priorin Simone Buchs an der Grundsteinlegung dazu lautete: «Der beste Grund, auf den gebaut wird, ist der Glaube.»

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch