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KOLINGEVIERT: Diese Wohnungen in der Stadt Zug mit toller Aussicht werden heiss begehrt sein

In die Überbauung im Herzen der Stadt Zug kehrt bald Leben ein. Auf einer Baustellenbesichtigung werden einige Gemeinderäte neidisch auf die Studenten, die hier einziehen dürfen. Zudem wird in dieser Überbauung ein weiteres Geheimnis gelüftet.
Marco Morosoli
Schöner Blick: Sicht aus einem Fenster der neuen Wohnungen im Kolingeviert. (Bild: Maria Schmid (Zug, 21. November 2017))

Schöner Blick: Sicht aus einem Fenster der neuen Wohnungen im Kolingeviert. (Bild: Maria Schmid (Zug, 21. November 2017))

Eine hässliche Lücke mitten in der Stadt Zug wird bald endgültig Geschichte sein. Zahlreiche Gemeinderäte haben am Dienstag einen Augenschein im Kolingeviert genommen und dabei nicht selten gestaunt. Vor allem als sie auf den Balkon gegangen sind, kamen einige nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der Stadtrat und Bauchef André Wicki sagt: «Das ist ein wahres Bijou. Da würde ich auch gerne wohnen.» Vom Dach der Liegenschaft «Zum Pfauen» eröffnet sich dem Betrachter freie Sicht auf den Zugerberg. Vom Abendverkehr auf der Grabenstrasse bekommen die Politiker in dieser Höhe kaum etwas mit. Auch der Innenhof wirkt hübsch drapiert. Er gehört zum von der Bäckerei Speck betriebenen Café/ Bistro, welches morgen Donnerstag eröffnet wird.

Ein erstes Projekt scheitert an einer Einsprache

Die städtische Liegenschaft an prominenter Lage hat eine lange «Leidensgeschichte» hinter sich. Im November 1999 hat das Gebäude «Zum Pfauen» gebrannt. Bald darauf ist dem übrig gebliebenen Teilbereich ein Notdach übergestülpt worden. Doch dieses Provisorium hat länger gedauert, als sich dies der Besitzer der Liegenschaft gedacht hat. Ein ursprüngliches Projekt scheiterte an einer Einsprache gegen die Baubewilligung.

Dann hat der Stadtrat nochmals von vorne begonnen, um die Baulücke zum Verschwinden zu bringen. Dieses Mal ist dem Projekt mehr Glück beschieden gewesen. Ein Trumpf dabei: An der Adresse Kolinplatz 21 sind Zimmer für Studenten ausgespart worden. Diese verteilen sich auf zwei grössere Wohneinheiten. Jede hat eine Küche und einen Aufenthaltsraum. Damit gibt es dort bald eine Art Wohngemeinschaft für Studierende. Insgesamt elf Zimmer stehen zur Verfügung. Paul Knüsel, Leiter Hochbau beim Baudepartement der Stadt Zug, erklärt, dass diese Zimmer mit toller Aussicht pro Monat zwischen 500 und 900 Franken Miete kosten werden. Die Ausschreibung soll bald starten. Es werden dabei Mieter beiderlei Geschlechts bis 30 Jahre gesucht. In einer Ausbildung zu sein, ist dabei eine Grund­voraussetzung.

Es werden aber in einem weiteren Gebäudekomplex an der Kirchgasse 3 und 5 im kommenden Sommer Wohnungen zur Miete ausgeschrieben, die ein spezielles Ambiente bieten. Wer dort einziehen wird, lebt in einem neu renovierten Haus mit allerorten sichtbarer Geschichte.

Die Umbauarbeiten in diesen Altstadthäusern seien denn auch eine grosse Herausforderung gewesen, weiss Paul Knüsel zu berichten. Dies deshalb, weil verschiedene Bauherren immer wieder ein paar Balken eingezogen haben oder aber Wände durchbrochen haben. Um die beiden ebenfalls der Stadt Zug gehörenden Liegenschaften erdbeben­sicher zu machen, mussten neue Stützen eingezogen werden. Eine nicht einfache Arbeit, welche mehr als geplant gekostet habe. Doch trotz solcher Unwägbarkeiten kann der Leiter Hochbau der Stadt Zug die Gemeinderäte beruhigen. Ein Zusatzkredit wird nicht vonnöten sein: «Wir können den Kostenrahmen von 12,178 Millionen Franken einhalten.» Das ist auch für die Zuger Stimmbürger eine tolle Meldung, haben sie doch im März 2015 mit 74,5 Prozent Ja-Stimmen dem Hausbau an allerbester Wohn­lage ihren Segen erteilt.

Es wird noch eine Überraschung geben

In der Bauphase hat sich zudem gezeigt, dass die Liegenschaft an der Kirchgasse älteren Datums ist, als dies ursprünglich vermutet worden ist. Es gibt Zeugnisse, die einen Baustart nach 1440 vermuten lassen. Dabei ist das Haus im Nachgang an die Zuger Altstadtkatastrophe im Jahre 1435 erfolgt. Damals haben 60 Zuger ihr Leben und viele weitere ihr Dach über dem Kopf verloren.

Bei den Bauarbeiten sind aber noch andere wertvolle Bildnisse entdeckt worden. Ein Fresko aus dem 17. Jahrhundert ist bereits sichergestellt. Ein weiteres Kleinod werde bald präsentiert, lässt sich Paul Knüsel entlocken. Bekannt ist nur dies: Im Frühling sind Fragmente einer Wappenzier aufgetaucht, womöglich könnten diese Teil eines Familienwappens sein. Dieses kann womöglich Klarheit schaffen, wer alles einen Beitrag zu diesem geschichtsträchtigen Haus geleistet hat.

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

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